14.12.12

Steuerhinterziehung

Deutsche Bank soll Beweis-Material vernichtet haben

Neue Vorwürfe gegen die Deutsche Bank: Mitarbeiter sollen vor der Razzia am Mittwoch Unterlagen vernichtet haben. Derweil fühlt sich Co-Chef Jürgen Fitschen von den Behörden ungerecht behandelt.

Foto: Getty Images

Razzia vor der Deutschen-Bank-Zentrale: Wurden vorher E-Mails gelöscht?
Razzia vor der Deutschen-Bank-Zentrale: Wurden vorher E-Mails gelöscht?

In der Affäre um Steuerhinterziehung beim Handel mit Verschmutzungsrechten soll die Deutsche Bank Unterlagen vernichtet haben. Diese wären für die Aufklärung des Falles nötig gewesen, berichtet die "Süddeutsche Zeitung".

Den Ermittlern seien E-Mails zu den mutmaßlich kriminellen Geschäften vorenthalten worden. Aus der Bank hieß es, niemand habe manipuliert.

Nach Razzien in der Zentrale und mehreren Büros habe das Amtsgericht Frankfurt entschieden, dass vier Bank-Beschäftige in Untersuchungshaft kommen. Ein Fünfter werde aus gesundheitlichen Gründen geschont. Zu den in Gewahrsam genommenen gehört den Angaben zufolge ein führender Mitarbeiter aus dem Rechtsbereich, der für das Geldinstitut und dessen Vorstand große Justizverfahren betreut.

Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen wies die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück. "Die Vorwürfe haben mich erschüttert. Ich bin fest davon überzeugt, dass sie sich als unbegründet erweisen werden",sagte der Banker der "Bild"-Zeitung.

Verweis auf den "ehrbaren Kaufmann"

Er sei in seinem Berufsleben stets den Prinzipien des ehrbaren Kaufmanns treu geblieben. "Insofern fühle ich mich ungerecht behandelt und werde mich auch dagegen wehren." Die Deutsche Bank werde natürlich die Aufklärung mit allen Kräften unterstützen.

Fitschen und Finanzvorstand Stefan Krause gehören zu den 25 Mitarbeitern der Bank, gegen die in der Affäre ermittelt wird. Rund 500 Polizisten und Steuerfahnder hatten am Mittwoch die Frankfurter Zentrale der Bank durchsucht.

Fitschen und Krause sind nach Angaben der Bank ins Visier der Ermittler geraten, weil sie die Umsatzsteuererklärung für das Jahr 2009 unterschrieben hatten. Darin hatte das Institut 310 Millionen Euro Steuererstattungen geltend gemacht, die es nur wegen der Betrügereien beanspruchen konnte.

Die Bank hatte die Erklärung später zwar korrigiert und auf die Ansprüche "vorläufig verzichtet" – nach Ansicht der Ermittler kam dieser Schritt aber zu spät.

Quelle: dapd/Reuters/lw
Quelle: Reuters
12.12.2012 0:43 min.
Die Deutsche Bank ist wohl tiefer in eine Affäre um den millionenschweren Steuerbetrug mit CO2-Emissionszertifikaten verstrickt, als bekannt. 500 Fahnder durchsuchten die Räume des Geldhauses.
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