13.12.12

Hauptstadtflughafen

Wowereit will Eröffnungstermin nicht garantieren

Selbst Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit will sich beim Hauptstadtflughafen BER nicht auf einen Eröffnungstermin festnageln lassen. Er sprach im Abgeordnetenhaus von "riesigen Problemen".

Foto: dpa

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) im Abgeordnetenhaus in Berlin: Er fürchtet um den Eröffnungstermin des neuen Hauptstadtflughafens
Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) im Abgeordnetenhaus in Berlin: Er fürchtet um den Eröffnungstermin des neuen Hauptstadtflughafens

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) will den geplanten Eröffnungstermin des künftigen Hauptstadtflughafens in Schönefeld nicht fest zusagen. Angesichts der noch anstehenden "riesigen Probleme" könne heute "keiner eine Garantie abgeben", sagte Wowereit im Abgeordnetenhaus.

Er begründete dies mit den noch zu lösenden Schwierigkeiten. Der Eröffnungstermin wurde nach mehrfachen Verschiebungen auf den 27. Oktober 2013 festgelegt.

Bauarbeiten teils noch nicht wieder angelaufen

In "wenigen wichtigen Teilbereichen" wie der Brandschutzanlage hätten die Bauarbeiten noch nicht wieder aufgenommen werden können, gab Wowereit, der zugleich Chef des Flughafenaufsichtsrates ist, in der letzten Plenarsitzung dieses Jahres zu. Er hoffe aber, dass die vertraglichen Vereinbarungen mit den betroffenen Baufirmen in den nächsten Tagen zum Abschluss gebracht werden und die Arbeiten dort bis Mitte Januar beginnen könnten.

Ab Juni müssten dann umfangreiche Tests die Funktionsfähigkeit aller Bereiche, einschließlich der Entrauchungsanlage, unter Beweis stellen, sagte Wowereit weiter. Letztendlich könne der Airport nur an den Start gehen, wenn die Behörden die Betriebsgenehmigung erteilen.

Entwicklung zum Drehkreuz gewünscht

Auf die Frage des Grünen-Abgeordneten Harald Moritz nach den Plänen für die Entwicklung des Airports zu einem Drehkreuz sagte Wowereit, dies könnten die Gesellschafter Berlin, Brandenburg und Bund "nicht beeinflussen". Der Umsteigeverkehr hänge von der Strategie der Luftverkehrsunternehmen ab.

Derzeit liege dessen Anteil am Gesamtaufkommen in Berlin nur bei sechs Prozent. Er sei im Vergleich zu Frankfurt am Main oder München "relativ gering". Der Senat freue sich, wenn Gesellschaften für den Umsteigeverkehr auf Berlin setzten, sagte der Regierungschef. Air Berlin habe zum Beispiel entsprechende Pläne angekündigt.

Berlin hoffe, "dass wir so viele Verbindungen wie möglich bekommen", sagte Wowereit weiter. Das mache mit Blick auf die Nachbarschaft Polens auch Sinn. In launiger Rede lobte er den "Erkenntniszuwachs" bei den Grünen in dieser Frage, die in der Vergangenheit eine Drehkreuzfunktion des neuen Airports abgelehnt hatten.

Mehrkosten könnten nicht ausreichen

Keine Rolle spielte am Donnerstag im Abgeordnetenhaus die angespannte Finanzlage des Airports. Die Betreibergesellschaft benötigt bereits bis zum 3. Januar 325 Millionen Euro, um liquide zu bleiben. Der Anteil Berlins umfasst dabei 120 Millionen Euro.

Zugleich könnte es sein, dass die bislang kalkulierten Mehrkosten von insgesamt 1,2 Milliarden Euro nicht ausreichen, hatte Wowereit am Mittwoch im Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses gesagt.

Dies träfe etwa ein, wenn Gerichte den Flughafen zu einem besseren Schallschutz für die Anwohner verpflichten. Hintergrund der Debatte sind kürzlich benannte Zusatzkosten von bis zu 250 Millionen Euro aus Nachforderungen von Bau-Firmen an die Flughafengesellschaft.

EU-Gelder noch unklar

Auch die Frage, ob die EU die Gewährung zusätzlicher Mittel durch die drei Gesellschafter genehmigt, ist offenbar noch nicht endgültig geklärt. Der Sprecher von EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia, Antoine Colombani, sagte: "Wir haben eine Benachrichtigung der deutschen Behörden bekommen, aber die Kommission hat noch keine Entscheidung getroffen."

Er relativierte damit eine Aussage Wowereits, wonach die EU die Zahlung zusätzlicher Mittel genehmigt hat.

Quelle: dapd/cat
© Berliner Morgenpost 2013 - Alle Rechte vorbehalten
P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von der Berliner Morgenpost.
Die Favoriten unseres Homepage-Teams
Obama in Berlin
18.06.13US-Präsident zu Besuch
Minutenprotokoll – Barack Obamas Ankunft in Berlin

US-Präsident Barack Obama ist mit seiner Frau Michelle und den Töchtern Sasha und Malia in Berlin gelandet. Die Präsidentenfamilie hat im Hotel eingecheckt. Der Tag im Minutenprotokoll. mehr...


Ein Blick in die Präsidentenmaschine „Air Force One“
18.06.13Präsidentenmaschine
Obama in Berlin - Eine interaktive Tour durch die "Air Force One"

Die "Air Force One" ist die Maschine des US-Präsidenten. Über kein anderes Flugzeug gibt es mehr Geheimnisse. Wir zeigen, wie es im Inneren der berühmtesten Boeing 747 der Welt aussieht. mehr...


Sekunden vor der Landung: Auf diesen Moment haben die Fans der „Air Force One“ gewartet
18.06.13Obama in Berlin
Blick auf die "Air Force One" macht Planespotter glücklich

Sie warten und warten – auf den einen Moment. Planespotter haben sich am Flughafen Tegel versammelt, um Barack Obama landen zu sehen. Die "Air Force One" ist für viele das schönste Flugzeug der Welt. mehr...

BMO_ObamaLimo.jpg
18.06.13Interaktive Grafik
Die Staatskarosse des US-Präsidenten ist ein rollendes "Biest"

Bei der Sicherheit des US-Präsidenten wird nichts dem Zufall unterlassen. Seine Dienstlimousine ist wie ein fahrender Hochsicherheitstrakt. Daher hat es auch den Spitznamen "The Beast" - das Biest. mehr...

Leser-Kommentare Kommentare
Leserkommentare sind ausgeblendet.
Kommentare einblenden
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
Multimedia
Verschobene Termine
  • Pannenserie

    Seit dem Spatenstich im September 2006 sind drei Anläufe, am BER Eröffnung zu feiern, gescheitert.

  • 30. Oktober 2011

    Dieser Termin wird 16 Monate zuvor gekippt. Begründung: neue Sicherheitsvorschriften und die Pleite zweier Planungsfirmen. Tatsächlich ist der Bau schon ein Jahr im Rückstand.

  • 3. Juni 2012

    Nur vier Wochen vorher wird der Start abgeblasen. Begründung: Die Brandschutzanlage funktioniere nicht. Tatsächlich ist in dem Neubau noch viel mehr nicht fertig.

  • 17. März 2013

    Dieses neue Datum wird nach neuerlicher Verschiebung im Mai 2012 genannt und einen Monat später schon wieder in Zweifel gezogen. Anfang September wird klar: Auch dieser Termin wird nicht zu halten sein.

  • 27. Oktober 2013

    Nach einer Analyse des neuen Technikchefs Horst Amann legt der Aufsichtsrat diesen Termin als neuen Eröffnungstag fest.

  • Mitte November

    Laut Amann sollten die Bauarbeiten am BER bereits in diesen Tagen wieder „richtig losgehen“. Nach dem Zeitplan müssen diese bis Ende Mai abgeschlossen sein, damit dann ein fünfmonatiger Probebetrieb beginnen kann. Mit einer Kapazität von 27 Millionen Passagieren soll der BER die Nummer drei in Deutschland hinter Frankfurt und München werden.

  • Baukosten

    Die Kosten für den Flughafen sind inzwischen auf 4,3 Milliarden Euro hochgeschnellt. Ursprünglich sollten es 2,4 Milliarden Euro sein. Zuletzt stiegen die Kosten besonders wegen zusätzlichen Schallschutzes (305 Millionen), einiger Erweiterungsbauten, höherer Passagierzahlen (276 Millionen), der Terminverschiebungen (300 Millionen) und der Risikovorsorge.

Top-Thema

Aus dem Bett ihrer Suite im „Ritz-Carlton“ kann das Präsidentenpaar auf den Potsdamer Platz schauen
Obamas Hotel in Berlin

Hier übernachtet die First Familiy

Video Nachrichten mehr
US-Präsident So bereitet sich Berlin auf den Obama-Besuch vor
Berlin-Besuch Obamas Rede an der Siegessäule
Staatsbesuch In Berlin gilt höchste Sicherheitsstufe für Obama
USA Obama verteidigt Abhöraktionen der Geheimdienste
Die Welt - Aktuelle News
  1. 1. WirtschaftAltersabsicherungWarum die Rente mit 69 allen Deutschen helfen soll
  2. 2. DeutschlandUS-Präsident in BerlinDeutschland empfängt die Familie Obama
  3. 3. WirtschaftSteueroasenG-8-Staaten wollen Google & Co. an den Kragen
  4. 4. KommentareG-8-GipfelDie Bundesregierung lag in der Syrien-Frage falsch
  5. 5. AuslandTürkeiErdogan verkündet Sieg über die Demonstranten
 
tb_airberlin.gif
airberlin - Destination…

airberlin baut die Verbindungen nach Polen aus. Erfahren…mehr

tb_Erste-Adressen.jpg
Berlins Erste Adressen

Eine Initiative der Berliner Kaufleute und der Berliner…mehr

Top Bildershows mehr
Staatsbesuch

Von Kennedy bis Bush – US-Präsidenten in Berlin

Absperrungen

US-Präsident Barack Obama in Berlin

US-Präsident

Straßensperrungen zum Besuch von Obama in Berlin

"Ritz-Carlton"

Hier übernachtet Barack Obama in Berlin

 
In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote