12.12.12

Staatsanleihen

Fed hilft US-Wirtschaft mit 45 Milliarden pro Monat

Die US-Notenbank wird ab Januar zusätzliche Staatspapiere kaufen – für 45 Milliarden Dollar pro Monat. Überraschend setzten sich die Banker auch neue Zielmarken, die sie mit ihrer Politik anpeilen.

Foto: AFP

Will mit der US-Notenbank Staatsleihen in Milliardenhöhe kaufen: Fed-Chef Ben Bernake
Will mit der US-Notenbank Staatsleihen in Milliardenhöhe kaufen: Fed-Chef Ben Bernake

Im Kampf gegen die hohe Arbeitslosigkeit und die zähe Wachstumsschwäche in den USA wirft die Federal Reserve zum Jahreswechsel erneut kräftig die Notenpresse an. Wie die US-Notenbank am Mittwoch nach der letzten Sitzung ihres Offenmarktausschusses 2012 in Washington mitteilte, will sie ab Januar monatlich für 45 Milliarden Dollar Staatsanleihen kaufen.

Zusätzlich setzt sie den im Herbst begonnen Kauf bestimmter Immobilienpapiere in einem Volumen von 40 Milliarden Dollar pro Monat fort. Beide Schritte waren an den Finanzmärkten so erwartet worden. An der Wall Street setzten der Dow Jones und der Index der Technologiebörse Nasdaq ihre Rally der vergangenen Tage fort. Der Dollar gab nach.

Überraschend setzten sich die US-Notenbanker auch konkrete Zielmarken, die sie mit ihrer Geldpolitik anpeilen. So soll der Leitzins, der seit vier Jahren bei quasi null Prozent liegt, so lange nicht steigen, bis die Arbeitslosenquote auf 6,5 Prozent sinkt und auf Sicht von ein bis zwei Jahren eine Inflationsrate von höchstens 2,5 Prozent erwartet wird.

Bis dato hatte die Fed erklärt, der Schlüsselzins werde voraussichtlich nicht vor Mitte 2015 wieder erhöht. Fed-Chef Ben Bernanke wird die Gründe für die Beschlüsse um 20.15 Uhr (MEZ) vor der Presse in Washington erläutern.

Niedrigzins könnte länger bestehen

Die neue Selbstverpflichtung der Zentralbanker könnte dazu führen, dass der Niedrigzins noch viel länger bestehen bleibt, sollte die Wirtschaft zwischen Chicago und Los Angeles nicht Tritt fassen. Zuletzt lag die Arbeitslosenquote in den USA bei 7,7 Prozent und war damit weit entfernt vom Ziel.

Sollte die Wirtschaft jedoch in Schwung kommen, könnte es in den Vereinigten Staaten viel schneller zu einer Zinswende kommen als von vielen Fachleuten bislang erwartet. Im Gegensatz etwa zur Europäischen Zentralbank (EZB), die ausschließlich das Ziel stabiler Preise verfolgt, muss die Fed wegen ihres gesetzlichen Auftrages auch dafür sorgen, dass möglichst Vollbeschäftigung herrscht.

Mit den neu beschlossenen Staatsanleihekäufen ersetzen die Notenbanker ein Ende Dezember auslaufendes Programm – die sogenannte "Operation Twist". In diesem Rahmen hatten sie in ihrer Bilanz kurzlaufende Staatsanleihen in langlaufende Papiere umgetauscht, um damit die langfristigen Zinsen in den USA zu drücken und so die Konjunktur zu stimulieren.

Bereits seit September pumpt Bernanke durch den Aufkauf hypothekenbesicherte Wertpapiere (MBS) Monat für Monat 40 Milliarden Dollar in die Wirtschaft. Zusammen mit dem neuen Staatsanleihen-Kaufprogramm über monatlich 45 Milliarden Dollar wird sich die Bilanz der Zentralbank durch beide Maßnahmen zusammen bis Ende 2013 um rund 1,2 Billionen auf vier Billionen Dollar aufblähen.

Quelle: rtr/fp
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