12.12.12

Staatsanleihen

Athen kauft Schulden von 31,9 Milliarden Euro auf

Das Schuldenrückkaufprogramm in Griechenland ist offiziell beendet. Nach einer Verlängerung der Frist um anderthalb Tage wurde das angestrebte Ziel erreicht. Nun kommt es auf die Euro-Gruppe an.

Foto: dapd

Die „Bank of Greece“ in Athen: Das Euro-Krisen-Land hat seine Schuldenlast deutlich gesenkt
Die "Bank of Greece" in Athen: Das Euro-Krisen-Land hat seine Schuldenlast deutlich gesenkt

Der Rückkauf griechischer Staatsanleihen ist mit 31,9 Milliarden Euro abgeschlossen worden. Dies teilte die Schuldenagentur PDMA in Athen mit. Der Durchschnittspreis des Rückkaufs betrug nach Angaben der Agentur 33,8 Prozent des Nominalwertes der Staatsanleihen.

Am Donnerstag wollen die Finanzminister der Euro-Gruppe entscheiden, ob Griechenland die nächste Tranche der Hilfe in Höhe von knapp 44 Milliarden Euro bekommt.

Verlängerung um anderthalb Werktage

Da das Ziel des Schuldenrückkaufs in Höhe von 30 Milliarden Euro bis zur ursprünglichen Frist am Freitag nicht erreicht worden war. Mit den jetzt erzielten Angeboten von 31,9 Milliarden Euro hat Griechenland das Ziel übertroffen.

Für das Schuldenrückkaufprogramm benötigt das hoch verschuldete Land den Angaben zufolge 11,29 Milliarden Euro aus dem Europäischen Rettungsfonds EFSF. Das sind 1,29 Milliarden Euro mehr als ursprünglich für das Programm angesetzt waren.

Griechischen Schuldenstand reduzieren

Der Erfolg des Schuldenrückkauf-Programms ist die Voraussetzung für die Freigabe der von Athen dringend benötigten Kredite in Höhe von 34,4 Milliarden Euro noch im Dezember.

Langfristiges Ziel des Programm ist es, den Schuldenstand Griechenlands von erwarteten rund 190 Prozent der Wirtschaftskraft des Landes im kommenden Jahr auf 124 Prozent am Ende des Jahrzehnts zu verringern.

Die Rückkaufaktion war Teil des neuen Kreditprogramms für Griechenland, auf das sich Europäische Union und Internationaler Währungsfonds Ende November geeinigt hatten.

Quelle: Reuters/AFP/dpa/cat
Quelle: dapd
10.12.12 1:11 min.
Griechenland verlängert sein Angebot zum Rückkauf von Staatsanleihen um zwei Tage. Damit hat die Regierung offensichtlich eine wichtige Hürde auf dem Weg aus der Schuldenkrise genommen.
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Die Griechen-Krise
  • Rezession

    In Griechenland hatte die Euro-Schuldenkrise ihren Anfang. Das Land war das erste, das 2010 internationale Finanzhilfe brauchte. Mehr als zweieinhalb Jahre später ist das Land immer noch von Pleite bedroht. Griechenlands Wirtschaft ist binnen fünf Jahren um mehr als 20 Prozent geschrumpft. Für 2013 wird mit einem weiteren Minus zwischen 4,2 bis 4,5 Prozent gerechnet. Die Stimmung in der Bevölkerung ist explosiv.

  • Arbeitslosigkeit

    Die Arbeitslosenquote liegt auf einem Rekordstand von 25,4 Prozent. Dramatisch ist die Lage vor allem für junge Menschen bis zum Alter von 24 Jahren. Die Arbeitslosenquote beläuft sich in dieser Altersgruppe auf 58 Prozent. Wegen der dramatischen Lage sind allein in den ersten sechs Monaten des Jahres 15 800 Griechen nach Deutschland ausgewandert (2011: 6 900). Angaben über andere Länder liegen aus griechischen Quellen nicht vor. Die meisten Auswanderer sind hoch spezialisierte Menschen wie Ärzte, Ingenieure und Computerfachleute.

  • Einzelhandel

    Einen Einbruch erlebt der Einzelhandel. Im Zentrum Athens ist jedes dritte Geschäft geschlossen. Um fast 40 Prozent ist der Immobilienmarkt geschrumpft. Besser ist die Lage dagegen in der Exportwirtschaft. Auch der Tourismus konnte sich über Wasser halten.

  • Schulden

    Das Land sitzt nach Angaben des Finanzministeriums kurz vor Jahresende auf einem Schuldenberg von 340,6 Milliarden Euro. Das sind fast 170 Prozent der Wirtschaftsleistung – Tendenz steigend.

  • Hilfspakete

    Griechenland hat nach Angaben des Finanzministeriums in Athen bislang insgesamt 148,6 Milliarden aus den beiden Hilfspaketen (110 und 130 Milliarden Euro) erhalten (Stand November 2012). 31,5 Milliarden Euro sollten im Juni fließen, weitere fünf Milliarden im Oktober. 8,3 Milliarden Euro sind für Dezember geplant. Diese Zahlungen wurden nach langem Gezerre Ende November freigegeben. dpa

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