10.12.12

Gundremmingen

Atommeiler nach Leck am Reaktor abgeschaltet

Panne in einem der leistungsstärksten Kernkraftwerke Deutschlands: Mitarbeiter haben in Gundremmingen einen tropfenden Messstutzen entdeckt. Daraufhin wurde der Block C stillgelegt.

Foto: picture alliance / dpa

Revisionsarbeiten in Gundremmingen im Sommer 2010: Der Deckel des Reaktors liegt neben dem Abklingbecken
Wartungsarbeiten in Gundremmingen im Sommer 2010: Der Deckel des Reaktors liegt neben dem Abklingbecken

Der Block C des Kernkraftwerks im schwäbischen Gundremmingen ist wegen eines tropfenden Messstutzens am Reaktordruckbehälter vorübergehend stillgelegt worden. Wann der Reaktor wieder angefahren wird, stehe noch nicht fest, sagte ein Sprecher des Kraftwerks. Eine Gefahr für die Beschäftigen habe nicht bestanden, hieß es in einer Mitteilung.

"Es war keine Reaktorschnellabschaltung", sagte der Sprecher. Mitarbeiter hätten die Leckage in der Nacht zum Montag bemerkt. Ob es sich um ein meldepflichtiges Ereignis handelt, über das die Atomaufsicht informiert werden muss, wird laut Betreiber erst feststehen, wenn der technische Befund vorliegt.

28 Jahre alter Siedewasserreaktor

Der Gundremmingen-Kritiker und frühere Grünen-Politiker Raimund Kamm verlangte schnellstmögliche Aufklärung. Die Gundremminger Siedewasserreaktoren seien seit 28 Jahren in Betrieb. Sie hätten wegen ihrer übergroßen Risiken keine ausreichende Haftpflichtversicherung.

Gundremmingen ist mit den zwei Siedewasserreaktoren B und C von je 1244 Megawatt eines der leistungsstärksten Kernkraftwerke in Deutschland – es deckt laut Betreiber etwa 30 Prozent des bayerischen Stromverbrauchs ab. In den vergangenen Jahren gab es jedoch mehrfach technische Fehler.

Die Anlage gehört zu 75 Prozent dem Energiekonzern RWE. E.on hält das restliche Viertel der Anteile. Laut Atomausstiegs-Fahrplan soll Block B im Jahr 2017 vom Netz gehen und Block C 2021 folgen.

Ob für den Vorfall eine Meldepflicht bestehe und inwiefern er in das nationale und internationale Meldesystem eingeordnet werde, könne erst nach Auswertung des Befundes gesagt werden, teilte die Kernkraftwerk Gundremmingen GmbH weiter mit. Personal und Umgebung seien nicht gefährdet gewesen.

Quelle: dpa/dapd/pos
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