Ratingagentur
Moody's warnt vor Kriseninfektion Nordeuropas
In Nordeuropa lassen sich derzeit noch gute Geschäfte machen. Die Ratingagentur Moody's fürchtet jedoch, dass die Schuldenkrise im Süden des Kontinents auch die bislang stabilen Länder ansteckt.
Die Ratingagentur Moody's hat vor einem Übergreifen der europäischen Staatsschulden- und Wirtschaftskrise auf Nordeuropa gewarnt. Noch ginge es den Firmen, die sich vorwiegend im Norden Europas engagierten, besser als denen auf den Märkten im kriselnden Südeuropa, schrieben die Moody's-Analysten. Doch es wachse die "Gefahr einer Ausweitung der wirtschaftlichen Schwierigkeiten von den südeuropäischen Staaten auf die Länder Nordeuropas", hieß es in dem Ausblick für 2013.
Moody's hatte als Folge der anhaltenden Krise in Europa bereits in diesem Jahr die Bonität zahlreicher Branchen und Unternehmen herabgesetzt. Auch 2013 dürfte dem Bericht zufolge die Zahl der Herabstufungen die der Heraufstufungen übersteigen.
Gefahr für konsumabhängige Branchen
Gefahr sieht Moody's im kommenden Jahr vor allem für den Einzelhandel, die Telekommunikationsanbieter sowie Autohersteller in Europa, da sich "das geringe Wachstum in Verbindung mit den anhaltenden Sparmaßnahmen der Regierungen dämpfend auf die Konsumausgaben auswirken" werde.
Der europäischen Stahl- und Chemieindustrie drohen nach Einschätzung von Moody's Probleme durch das verlangsamte Wirtschaftswachstum in Schwellenländern, allen voran in China.
"Dies könnte sich negativ auf die Umsätze derjenigen europäischen Unternehmen auswirken, die sich Schwellenländern zugewandt haben, um das geringe Wachstum in ihren klassischen westeuropäischen Märkten zu kompensieren", hieß es in dem Ausblick.

















