03.12.12

Gefälschter Zinssatz

Großbank UBS vor Einigung im Libor-Skandal

Das Geldhaus zahlt mehr als 450 Millionen Dollar, wie die "New York Times" berichtet. So will das Schweizer Institut den Streit um die Manipulation des Londoner Referenzzinssatzes beilegen.

Foto: REUTERS

Eine Filiale der UBS in Zürich. Händler der Schweizer Großbank sollen sich an Libor-Manipulationen beteiligt haben
Eine Filiale der UBS in Zürich. Händler der Schweizer Großbank sollen sich an Libor-Manipulationen beteiligt haben

Bei der Aufarbeitung des Libor-Skandals steht die Schweizer Großbank UBS einem Zeitungsbericht zufolge kurz vor einer Einigung mit den Behörden in Großbritannien und den USA. Das Institut werde mehr als 450 Millionen Dollar zahlen, um den Streit um die Manipulation des Londoner Referenzzinssatzes beizulegen, berichtete die "New York Times" am Montag unter Berufung auf Kenner der Vorgänge.

Eine UBS-Sprecherin lehnte eine Stellungnahme ab. Sie bestätigte aber, UBS verhandle im Zusammenhang mit den Libor-Ermittlungen mit britischen und amerikanischen Behörden.

Die Schweizer Großbank hat im Zusammenhang mit dem Verdacht auf Zinsmanipulationen bei Yen und Franken frühzeitig auf die Kooperation mit den Behörden gesetzt. In einigen Fällen erhielt sie "bedingte Immunität" und "bedingte Milde" zugesichert, wie dem Geschäftsbericht der Bank zu entnehmen ist. In Schweizer Medien tauchte in diesem Zusammenhang dann das Wort "Kronzeuge" auf.

Auch Deutsche Bank geriet unter Beschuss

Die britische Bank Barclays war im Juni zu einer Strafe von 453 Millionen Dollar verdonnert worden, weil die Behörden es als erwiesen ansahen, dass das Institut Marktzinsen manipuliert hatte.Unter Beschuss kam auch die Deutsche Bank. Dort läuft eine Sonderprüfung der Finanzaufsicht Bafin. Credit Suisse rechnet nach früheren Angaben nicht mit materiellen Auswirkungen des Skandals für die Bank.

Die Schweizer Finanzmarkt-Aufsicht wollte den Zeitungsbericht aus den USA am Montag nicht kommentieren. Die Finma arbeite weiter an der Aufklärung des Sachverhalts und stehe in Kontakt mit anderen Behörden, sagte ein Sprecher. Die Schweizer Wettbewerbsbehörde Weko führte ihre Untersuchung fort, erklärte ein Sprecher.

Skandal könnte für die Banken teuer werden

Die Weko ermittelt gegen insgesamt zwölf Schweizer und ausländische Banken wegen Zinsmanipulation. Im Sommer wies UBS-Konzernchef Sergio Ermotti Berichte zurück, die Bank stehe im Zentrum des Skandals. Hinweise, dass UBS-Händler an Libor-Manipulationen in anderen Währungen als Yen und Franken beteiligt seien, habe die Bank bei ihren internen Untersuchungen nicht gefunden, sagte er.

Den von den Untersuchungen betroffenen Banken wird vorgeworfen, den Referenzzinssatz Libor zu ihren Gunsten manipuliert zu haben. Der einmal täglich in London ermittelte Libor zeigt an, zu welchen Konditionen sich Banken untereinander Geld leihen. Der Skandal könnte für die betroffenen Banken teuer werden. Morgan Stanley schätzt, dass auf die international elf betroffenen Geldhäuser bis 2014 Schadenersatzforderungen und Bußen im Gesamtvolumen von 14 Milliarden Dollar zukommen könnten.

Quelle: Reuters/beu
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