30.11.12

Oktober-Statistik

Arbeitslosigkeit in Euro-Zone steigt auf Rekordhoch

Der Rekordwert aus dem September ist schon wieder Makulatur: Die Arbeitslosigkeit in der Euro-Zone ist erneut gestiegen – nun haben 18,7 Millionen Menschen keinen Job. Vor allem Jugendliche leiden.

Foto: dpa

Arbeitsamt in Madrid: Die Arbeitslosenquote in dem Krisenland liegt bei rund 25 Prozent
Arbeitsamt in Madrid: Die Arbeitslosenquote in dem Krisenland liegt bei rund 25 Prozent

Die Schuldenkrise hat die Zahl der Arbeitslosen in der Euro-Zone erneut auf einen Rekordwert getrieben. Im Oktober waren in den 17 Euro-Ländern 18,7 Millionen Menschen ohne Job – so viele wie noch nie seit Einführung des Euro.

Das entsprach einer Quote von 11,7 Prozent, teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat mit. Im Vergleich zum Vormonat September wurden 173.000 mehr Arbeitslose gezählt, gegenüber dem Vorjahr war es ein Anstieg von mehr als zwei Millionen.

Junge Leute waren besonders stark betroffen. Dramatisch sieht die Lage in den Euro-Krisenländern Griechenland und Spanien aus.

Jugendliche leiden besonders

In Spanien ist bereits mehr als jeder vierte Arbeitnehmer ohne Job (26,2 Prozent), in Griechenland jeder vierte. Auch im schuldengeplagten Portugal ist die Lage am Arbeitsmarkt schwierig, jeder sechste ist dort ohne Arbeit. Firmenpleiten und Entlassungen belasten in den Krisenstaaten den Arbeitsmarkt.

Jugendliche leiden dabei besonders. Im Oktober waren in den Euro-Ländern 3,6 Millionen Menschen unter 25 Jahren arbeitslos. Der Zuwachs fiel mit 350.000 doppelt so stark aus wie bei allen Arbeitnehmern insgesamt. Auch die Quote war bei jungen Leuten mit 23,9 Prozent mehr als doppelt so hoch.

Lage dürfte sich weiter verschlechtern

Der Trend zeigt weiter nach oben, da sich der Zuwachs beschleunigt. Seit Anfang vergangenen Jahres klettert die Zahl der Menschen ohne Arbeit im Euro-Währungsraum stetig und eilt von Rekord zu Rekord. Experten zufolge dürfte sich die Lage wegen der Krise weiter verschlechtern.

Die hohe Arbeitslosigkeit bremst zudem die Konjunktur. Wenn Menschen weniger Geld verdienen, können sie weniger kaufen, wodurch der private Konsum – eine wesentliche Stütze des Wirtschaftswachstums – einbricht.

25,9 Millionen ohne Job

Entspannter ist dagegen die Lage in Deutschland, das mit 5,4 Prozent eine der niedrigsten Quoten im Euro-Raum verzeichnet. Besser stehen nur Österreich (4,3 Prozent) und Luxemburg (5,1 Prozent) da.

Da die EU-Statistiker die Arbeitslosenquote nach anderen Kriterien berechnen als die deutsche Bundesagentur für Arbeit (BA), weichen die Angaben der EU von den nationalen Werten ab.

Auch in der EU als Ganzes kletterten im Oktober die Arbeitslosenzahlen weiter. In den 27 EU-Ländern waren 25,9 Millionen Menschen ohne Job, das entsprach einer Quote von 10,7 Prozent (Vormonat: 10,6 Prozent).

Preisdruck lässt nach

Die Inflation in der Euro-Zone hat im November allerdings deutlich nachgelassen. Die Verbraucherpreise in den 17 Ländern lagen im Schnitt nur noch 2,2 Prozent über dem Vorjahresmonat, wie Eurostat in einer ersten Schätzung mitteilte.

Die Europäische Zentralbank (EZB), die kommende Woche zu ihrer nächsten Zinssitzung zusammenkommt, sieht mittelfristig stabile Preise bei Werten von knapp unter zwei Prozent gewährleistet. In Deutschland waren die Preise im europäischen Vergleich (HVPI) zum Vorjahr nur um 2,0 Prozent gestiegen.

Quelle: Reuters/dpa/lw/mol
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