28.11.12

Vertragsverlängerung

Rüdiger Grube bleibt weitere fünf Jahre Bahnchef

Der Vertrag von Bahnchef Rüdiger Grube wird verlängert – überraschend früh. Sein alter wäre erst Ende 2014 ausgelaufen. Aber Kanzlerin Merkel setzt auf Kontinuität. Und sie schätzt Grube.

Von Nikolaus Doll
Foto: dapd

Rüdiger Grube, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn: Er bleibt wohl auch in den nächsten Jahren an der Spitze des Konzerns
Rüdiger Grube, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn: Er bleibt wohl auch in den nächsten Jahren an der Spitze des Konzerns

Rüdiger Grube wird weitere fünf Jahre an der Spitze der Deutschen Bahn stehen. Das erfuhr die "Welt" aus dem Aufsichtsrat des Unternehmens. Das Kontrollgremium soll in seiner Sitzung am 12. Dezember die Verlängerung des Vertrags von Grube absegnen – und es gilt als sicher, dass es das mit großer Einigkeit tut.

Dass Rüdiger Grube auch in den kommenden Jahren Bahnchef bleibt, war erwartet worden. Grube hat das Vertrauen von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Mit dem Verkehrsminister telefoniert Grube jede Woche, oft mehrfach, das Verhältnis gilt aus außerordentlich gut.

Bund entscheidet über Bahnspitze

Dennoch kommt der Schritt deutlich früher als erwartet. Grubes Vertrag wäre eigentlich erst Ende 2014 ausgelaufen. "Aber in der Bundesregierung setzt man auf Kontinuität bei der Führung der Bahn", heißt es aus Konzernkreisen. Die Deutsche Bahn befindet sich zu hundert Prozent in Staatsbesitz, daher entscheidet die Bundesregierung über die Bestellung des jeweiligen DB-Chefs.

Grube ist seit Mai 2009 Bahn-Vorstandschef – und zu Beginn hat der ehemalige Daimler-Vorstand damit geliebäugelt, nur eine Amtszeit zu bleiben. Allerdings wurde schnell klar, dass die Herausforderungen bei der Bahn nicht innerhalb von vier Jahren nachhaltig in Angriff genommen werden können – so lange lief Grubes erster Vertrag. "Wir fangen ja jetzt erst richtig an", heißt es in Grubes Umgebung.

Bahn ist nicht länger Feindbild

Eine Reihe von Erfolgen hat Grube bereits errungen. Der größte ist wohl, dass die Bahn – anders als unter seinem Vorgänger Hartmut Mehdorn – für große Teile der Bevölkerung bis hinein in die Spitzen der Gewerkschaften und der Bundespolitik nicht länger ein Feindbild ist

Mehdorn hat ohne Zweifel den Grundstein für den wirtschaftlichen Erfolg der Bahn gelegt. Service, Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit, das also, was Grube "Brot- und Buttergeschäft" nennt, bleibt dabei jedoch oftmals auf der Strecke.

Unter Grube sind die Probleme zumindest erkannt worden, der Konzern arbeitet daran. Statt Investoren und globalem Wachstum steht der Personenverkehr in Deutschland im Vordergrund – mit ersten, wenn auch lange nicht ausreichenden Erfolgen, was den Schienenverkehr hierzulande angeht.

Meistert die DB den Kälteeinbruch?

Welche Arbeit Grube bislang geleistet hat, wird zum Teil auch in den kommenden Tagen zu spüren sein. Ein Kälteeinbruch wird vorhergesagt, und Schnee und Frost haben die Bahn in den vergangenen Jahren mit schöner Regelmäßigkeit aus dem Takt gebracht.

In jedem Fall stimmen die Zahlen. Der Konzern wächst weiter, die Gewinne fallen jedes Jahr größer aus. Grube hat dem ganz auf die Kennzahlen und den Börsengang konzentrierten Konzern eine neue Führungskultur verpasst. Ein guter Arbeitgeber zu sein oder nachhaltig zu wirtschaften, diese Ziele werden mit Nachdruck verfolgt.

Große Herausforderungen

Die Herausforderungen, denen sich Grube stellen muss, sind groß. Das deutsche Schienennetz ist chronisch unterfinanziert. Ändert sich daran nichts, werden sich die netzbedingten Ausfälle und Verspätungen häufen.

Ein zweites Problem ist die Bestellung von neue Zügen. Kaum ein Modell kommt so pünktlich wie erwartet, die Leidtragenden sind in aller Regel die Kunden. Derzeit wird fieberhaft an der neuen Generation der Fernzüge gearbeitet, dem sogenannten Icx.

Kommt es dort erneut zu Lieferengpässen könnte das weitreichendere Folge für die DB haben als die vergangenen und aktuellen Patzer der Zugbauer.

Quelle: dapd
18.09.12 1:23 min.
Mit dem neuen Fernzug ICx will die Deutsche Bahn die Verkehrsprobleme der Zukunft lösen und Bahnreisen wieder attraktiver machen. Ein Designmodell des Triebkopfes hat das Unternehmen vorgestellt.
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