28.11.12

Clemens Tönnies

Schalke-Chef produziert Pillen aus Schweinedärmen

Schalke-Präsident Clemens Tönnies ist auf der Suche nach neuen Geschäftsfeldern. Jetzt ist er offenbar fündig geworden: Sein Unternehmen soll künftig kräftig in der Pharmabranche mitmischen.

Foto: dapd

Der Fleischfabrikant Clemens Toennies hinter einem Modell des geplanten „Pharma Action“-Werkes.
Der Fleischfabrikant Clemens Toennies hinter einem Modell des geplanten "Pharma Action"-Werkes.

Der Fleischriese Tönnies steigt in die Pharma-Branche ein. Der größte Schweinefleisch-Vermarkter Europas wird künftig den Grundstoff für den Blutgerinnungshemmer Heparin herstellen.

Die Produktion werde Mitte 2014 starten, sagte Unternehmenschef Clemens Tönnies am Stammsitz im ostwestfälischen Rheda-Wiedenbrück. Der Umsatz soll später bei 60 bis 70 Millionen Euro liegen. Dafür wird an der Autobahn 2 zwischen Rheda-Wiedenbrück und Oelde für 21 Millionen Euro eine Fabrik mit 20 Mitarbeitern errichtet.

Die Tönnies-Gruppe schlachtet jährlich 16 Millionen Schweine. Heparin wird aus dem Darmschleim der Tiere hergestellt. Die Substanz wird gegen Embolien und Thrombosen sowie bei Operationen eingesetzt.

Tönnies hatte im Mai die Mehrheit an dem Berliner Heparin-Spezialisten Pharma Action GmbH erworben. Ab Mitte 2014 könnten täglich bis zu 60 Tonnen Rohstoff (Roh-Mucosa) in der neuen Fabrik verarbeitet werden.

Daraus entstehen 150 Liter Grundstoff, die in Berlin weiterverarbeitet werden. "Wir wären dann der erste Heparin-Hersteller, der eine hundertprozentige Rückverfolgbarkeit vom Bauern bis zum Endprodukt garantieren kann", sagte Tönnies. Das werde zum 31. Januar 2013 Pflicht in der EU.

Auch Insulin-Produktion ist geplant

"Für die Tönnies-Gruppe war 2012 ein mittelmäßiges Geschäftsjahr", sagte Tönnies. "Wir werden aber erstmals beim Umsatz die Fünf-Milliarden-Marke reißen." 2011 waren es rund 4,6 Milliarden Euro.

Die Heparin-Fabrik sei ein weiterer Schritt, das Unternehmen breiter aufzustellen. Denkbar sei später etwa auch die Produktion von Insulin, Gelatine oder die Fettveredelung. Künftig sollen solche Nebenprodukte fünf Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen. Mittelfristig könnte die Tönnies-Gruppe an die Börse gehen.

Quelle: dpa/pos
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