25.11.12

Jobkahlschlag

EU-Hilfen für Spaniens Banken nur bei Stellenabbau

Die spanischen Banken erhalten einem Bericht zufolge 35 Milliarden Euro Rettungshilfen. Der Preis dafür ist hoch: Das gerettete Institut Bankia muss von seinen 20.000 Arbeitsplätzen rund 6000 abbauen.

Foto: DPA
Spanische Banken im Stresstest
Das Institut Bankia soll 6000 seiner 20.000 Stellen abbauen

Die spanischen Banken erhalten einem Zeitungsbericht zufolge noch im Dezember 35 Milliarden Euro Rettungshilfen, müssen im Gegenzug aber Tausende Arbeitsplätze abbauen. Der Euro-Rettungsfonds werde das Geld am 15. Dezember an den spanischen Banken-Rettungsfonds auszahlen, der es dann zwei Wochen später an die Institute weiterreiche, berichtete "El Pais" am Sonntag.

Dafür müsse aber das vom Staat gerettete Institut Bankia 6000 seiner rund 20.000 Arbeitsplätze abbauen, bei der NovaGalicia seien es 2000 von 5800 Stellen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf EU- und Bankenkreise. Zudem hieß es, beide zusammen müssten 1000 Filialen schließen.

Die maroden spanischen Banken müssen damit bei weitem nicht die gesamten zugesagten Kredite aus dem Euro-Rettungsfonds in Anspruch nehmen. Die Troika aus EU, EZB und IWF hatte Spanien bis zu 100 Milliarden Euro zugesagt, um die heimischen Häuser zu rekapitalisieren. Das Land wird wegen seiner angespannten Haushaltslage als nächster Kandidat für den Euro-Rettungsschirm gehandelt.

Vor dem Treffen der Euro-Finanzminister zur Griechenland-Hilfe hat EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen einem Schuldenschnitt für Griechenland eine klare Absage erteilt. "Zur Schließung der Finanzlücke brauchen wir ein Maßnahmenpaket, das unter anderem eine deutliche Senkung der Zinsen der Hilfskredite und einen Schuldenrückkauf durch Griechenland umfassen wird", sagte Asmussen der "Bild"-Zeitung. "Ein Schuldenschnitt gehört nicht dazu." Zugleich mahnte Asmussen eine rasche Entscheidung der Euro-Finanzminister an, die nächste Kredittranche an Athen freizugeben. Er hoffe sehr, dass die Euro-Gruppe am Montag dazu einen Beschluss fassen werde.

Athen braucht nächste Rate dringend

"Dazu muss die Finanzierungslücke für die nächsten beiden Jahre durch die anderen Länder der Euro-Zone geschlossen werden", sagte Asmussen. "Damit das gelingt, müssen sich alle bewegen." Griechenland benötige die nächste Kreditrate dringend. Es gehe um die Zukunft des Landes in der Euro-Zone.

Nach einem Bericht des "Spiegel" drängen der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Europäische Zentralbank (EZB) die Bundesregierung zu einem massiven Forderungsverzicht für Griechenland. Das Magazin berichtete am Wochenende, die Geberländer sollten laut IWF und EZB die Hälfte ihrer Forderungen abschreiben. Nur so könne Griechenland in absehbarer Zeit wieder auf eigenen Beinen stehen.

Deutschland und einige andere Euro-Länder lehnen einen Schuldenschnitt öffentlicher Gläubiger bislang strikt ab. Am Montag wollen die Euro-Finanzminister erneut versuchen, sich über die Griechenland-Hilfe zu einigen.

Quelle: Reuters/sara
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Spanische Wirtschaftsdaten
  • Das Land

    Die Kaufkraft pro Einwohner in Spanien liegt in diesem Jahr bei 12.943 Euro. Das entspricht in etwa dem europäischen Durchschnitt. Zum Vergleich: In Deutschland liegt die Kaufkraft je Einwohner den Berechnungen zufolge bei 20.014 Euro, in Italien bei 16.179 und im krisengeschüttelten Griechenland bei 11.357 Euro.

    Dabei ist die Kaufkraft – also die Summe, die Bürger nach Abzug von Steuern und Abgaben für Konsumausgaben und zum Sparen übrig haben – auch in Spanien durchaus sehr unterschiedlich verteilt: Der Wohlstand konzentriert sich auf die Grenzregion zu Frankreich im Norden – und auf die zentral gelegene Hauptstadtregion Madrid.

  • Das reiche Spanien

    Die Provinzen mit der höchsten Kaufkraft pro Einwohner befinden sich im Baskenland an der Grenze zu Frankreich. Spitzenreiter ist Gipuzkoa (16.707 Euro), dicht gefolgt von Alava (16.461 Euro) und Navarra (16.284 Euro). Die Region Madrid liegt mit einer Pro-Kopf-Kaufkraft von 16.238 Euro an vierter Stelle.

    Für Spanien ist das reich – beim Euro-Partner Italien allerdings entspricht dieser Wert gerade einmal dem landesweiten Durchschnitt. Auffällig ist, dass die Kaufkraftspreizung in Spanien in beide Richtungen etwa gleich weit ausschlägt: Während das reiche Gipuzkoa rund 30 Prozent über dem spanischen Durchschnitt liegt, rangiert die kaufkraftschwächste Region Cádiz etwa 30 Prozent darunter.

  • Das arme Spanien

    Das Schlusslicht Cádiz an der Südspitze des Landes bringt es auf gerade einmal 8729 Euro Kaufkraft je Einwohner. Das entspricht in etwa der durchschnittlichen Pro-Kopf-Kaufkraft Maltas oder der Slowakei. In den bevölkerungsarmen Provinzen Cáceres, Huelva und Badajoz, allesamt an der Grenze zu Portugal gelegen, sieht es nicht viel besser aus. Auch dort liegt die Kaufkraft je Einwohner weit unter dem spanischen Durchschnitt.

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