24.11.2012, 10:44

Stromversorger Lekker Energie zieht ab Januar bei Strompreiserhöhung mit

Foto: CHROMORANGE / picture alliance / Frank May

Gut 400 deutsche Stromanbieter erhöhen ihre Preise. Die Verbraucher sind irritiert. Experten raten, Verträge kritisch zu lesen.

Der Stromversorger Lekker Energie GmbH will zum 1. Januar 2013 seine Preise erhöhen – genau wie mehr als 400 weitere deutsche Stromversorger. Ähnlich wie bei Vattenfall ( wir berichteten) sind Verbraucher irritiert.

Lekker-Kunde Dirk B. soll einen höheren Arbeitspreis zahlen: 27,69 Cent statt 24,19 Cent pro Kilowattstunde. Das Anschreiben ist datiert auf den 14. November, der Poststempel zeigt den 21. November. Ein Lekker-Sprecher bedauert die Verspätung. Zu der habe es kommen können, weil Briefe für deutschlandweit 380.000 Kunden aufgesetzt, von einem Dienstleister gedruckt und versandt werden mussten. "Das haben wir nicht rückdatiert." Die Erhöhung sei wirksam.

Vattenfall sorgt für Aufregung

Berlins größter Stromversorger Vattenfall (1,6 Millionen Kunden) hatte zuvor für Aufregung gesorgt, weil Kunden briefliche Mitteilungen zur Verteuerung erst nach dem 19. November erhalten hatten. Vattenfall beruft sich auf die Verordnung für die Stromgrundversorgung, wonach das Abschicken am 19. November ausreichend sei, um die vorgeschriebene Sechs-Wochen-Frist einzuhalten. Die ist am 20. November verstrichen. Verbrauchersenator Thomas Heilmann (CDU) hält ebenfalls das Versand- und nicht das Eingangsdatum für entscheidend.

Der energiepolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Daniel Buchholz, rät allen Verbrauchern dazu, Schreiben zu Preiserhöhungen kritisch zu lesen, die Preise mit denen anderer Anbieter zu vergleichen und zu wechseln. "Oft sind Ökostromanbieter nicht teurer als normale Stromanbieter." So macht es auch Dirk B.: Er streitet nicht mehr mit seinem Versorger, sondern wird kündigen und zu einem günstigeren Stromanbieter wechseln.

(tal)
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