23.11.2012, 10:06

Ifo-Index Geschäftsklima hellt sich überraschend auf

Foto: Marcus Brandt / dpa

Unerwarteter Lichtblick in der deutschen Wirtschaft: Die Stimmung in den Chefetagen der Unternehmen hat sich im November erstmals seit sechs Monaten wieder verbessert. Ein Grund sind die Exporte.

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im November überraschend aufgehellt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg um 1,4 auf 101,4 Punkte, teilte das Münchner Ifo-Institut zu seiner Umfrage unter 7000 Unternehmen mit.

Das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer war zuvor sechs Monate in Folge gefallen. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem erneuten Rückgang auf 99,5 Zähler gerechnet. "Die deutsche Konjunktur stemmt sich gegen die Euro-Krise", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Die Manager beurteilten sowohl die Lage als auch die Geschäftsaussichten besser. Das Barometer für die aktuelle Situation stieg um 0,9 auf 108,1 Punkte. Der Index für die Geschäftserwartungen kletterte überraschend um 2,0 auf 95,2 Zähler.

Die Stimmung hellte sich sowohl in der Industrie als auch in der Baubranche sowie im Groß- und Einzelhandel auf. Lediglich bei den Dienstleistern trübte sie sich leicht ein.

In der Industrie schürten vor allem die Exporterwartungen den Optimismus. Diese drehten nach drei Monaten wieder in den positiven Bereich.

Wirtschaft wächst um 0,2 Prozent

Das Wachstum der deutschen Wirtschaft verlangsamte sich im dritten Quartal allerdings. Das Statistische Bundesamt bestätigte erste Schätzungen, wonach das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen Juli und September preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,2 Prozent stieg.

In der ersten Jahreshälfte war die Wirtschaftsleistung mit 0,5 Prozent im ersten und einem Plus von 0,3 Prozent im zweiten Quartal noch stärker gewachsen.

Auch im Vergleich zum Vorjahr verlangsamte sich das Wachstum. Preisbereinigt war das BIP 0,4 Prozent höher als ein Jahr zuvor, kalenderbereinigt ergibt sich ein Anstieg um 0,9 Prozent.

Positive Impulse kamen den Statistikern zufolge aus dem Ausland. So wurden im dritten Quartal 1,4 Prozent mehr Waren und Dienstleistungen exportiert als im Vorquartal. Die Importe nahmen im selben Zeitraum nur um 1,0 Prozent zu.

Die deutschen Privathaushalte konsumierten 0,3 Prozent mehr als im Vorquartal, der Staat 0,4 Prozent mehr. 1,5 Prozent mehr wurden in Bauten investiert.

(Reuters/AFP/lw)
Bleiben Sie informiert:
Die Berliner Morgenpost in sozialen Netzwerken.
Folgen Sie uns auf Twitter