22.11.12

Lieferprobleme

Deutsche Bahn muss länger auf neue ICE-Züge warten

Die bei Siemens bestellten Züge, jeder mit einem Wert von rund 35 Millionen Euro, sollten bereits seit Monaten im Einsatz sein.

Foto: dapd

Ein ICE beim Ausfahren eines Bahnhofs. Im Winter fehlen der Deutschen Bahn acht bestellte ICE-Züge
Ein ICE beim Ausfahren eines Bahnhofs. Im Winter fehlen der Deutschen Bahn acht bestellte ICE-Züge

Siemens kann der Deutschen Bahn bestellte ICE-Züge nicht wie geplant in Kürze liefern. Die Übergabe verzögere sich über Anfang Dezember 2012 hinaus, teilte der Münchner Konzern mit.

Ursache für die erneute Verzögerung seien Probleme mit der Zugsteuerung, die in den vergangenen Wochen bei Testfahrten aufgetreten seien.

Die Deutsche Bahn hatte 16 ICE-Züge bei Siemens bestellt. Noch im Oktober war die Bahn davon ausgegangen, bis Ende des Jahres acht Hochgeschwindigkeitszüge von Siemens zu erhalten. Zuletzt hieß es, bis zum Fahrplanwechsel würden nur drei Züge geliefert.

Damit ist jetzt auch klar, dass der Bahn auch in diesem Winter die dringend nötigen Reserven im Fernverkehr fehlen. Herrscht über Tage scharfer Frost, sind Zugausfälle und Verspätungen praktisch programmiert. Grund sind der chronische Mangel an Fernzügen bei der Bahn, vor allem aber das Dauerproblem des Lieferanten Siemens bei den neuen ICE-Zügen.

Doch nach Informationen der "Welt" gibt es technische Probleme. Die Software der hochkomplexen Züge bereitet Schwierigkeiten. "Die Zeit von Bestellung bis Lieferung war einfach zu kurz. Inzwischen räumt das Unternehmen "Probleme mit der Zugsteuerung" ein und "bedauert diese erneute Verzögerung ausdrücklich".

Die bestellten Züge, jeder mit einem Wert von rund 35 Millionen Euro, sollten seit Monaten im Einsatz sein. Doch der Konzern hatte offenbar die Komplexität des Auftrags unterschätzt, wie es von Insidern hieß.

Vor Kurzem hatte Bahn-Chef Rüdiger Grube einen Brief an Siemens-Chef Peter Löscher geschrieben und um Aufklärung gebeten. Das Verhältnis von Bahn und Siemens hatte damit einen neuen Tiefpunkt erreicht.

Quelle: BMO
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