22.11.2012, 08:02

Bund und Länder Temporäre Konjunkturdelle bremst Steuereinnahmen

Foto: Maja Hitij / dapd

Die Bundesregierung konnte sich zuletzt über stark steigende Steuereinnahmen freuen. Doch damit scheint es nun vorbei zu sein – und das Finanzministerium hat dafür eine Erklärung.

Die Steuereinnahmen von Bund und Ländern wachsen wie die deutsche Wirtschaft deutlich langsamer. Im Oktober summierten sie sich auf 37,7 Milliarden Euro, was einem Plus von 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht.

Von Januar bis Oktober legten sie mit 5,4 Prozent mehr als doppelt so stark zu, schrieb das Bundesfinanzministerium in seinem Monatsbericht. Im September lag das Plus noch bei 4,2 Prozent.

Garant für den Steuerzuwachs ist die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt. Dadurch zogen die Einnahmen aus der Lohnsteuer um 6,7 Prozent auf 11,3 Milliarden Euro an. Dagegen gingen die Umsatzsteuern um 3,7 Prozent auf 15,4 Milliarden Euro zurück.

Ein Grund für die langsamer wachsenden Steuereinnahmen dürfte die schwächere Konjunktur sein. Im dritten Quartal legte das Bruttoinlandsprodukt nur noch um 0,2 Prozent zu; für das Schlussquartal rechnen viele Ökonomen sogar mit einem Minus.

Konjunktur schwächelt

"Im Winterhalbjahr dürfte es zu einer temporären 'Konjunkturdelle' kommen", sagt das Finanzministerium voraus. Die Exporterwartungen der Unternehmen und die Auslandsaufträge zeigten "eine deutliche Abwärtsbewegung".

Die Kauflaune der Verbraucher sei aber noch gut. "Der private Konsum dürfte auch im Schlussquartal stützend wirken", hieß es. Dazu dürften neben der noch guten Lage am Arbeitsmarkt auch die ruhige Entwicklung der Verbraucherpreise beitragen.

(Reuters/lw)
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