21.11.12

Stromversorger

Russische Hacker attackieren Stromnetzbetreiber

50 Hertz betreibt und überwacht die Stromnetze in Berlin, Hamburg und großen Teilen Ostdeutschlands. Das Unternehmen sieht sich Angriffen aus Osteuropa und Russland ausgesetzt.

Foto: dapd

Das Kontrollzentrum von 50 Hertz in Neuenhagen bei Berlin. Es ist nicht unmittelbar von den Hacker-Attacken betroffen
Das Kontrollzentrum von 50 Hertz in Neuenhagen bei Berlin. Es ist nicht unmittelbar von den Hacker-Attacken betroffen

Der Berliner Stromnetz-Betreiber 50 Hertz Transmission – früher ein Teil von Vattenfall – sieht sich Angriffen von Hackern aus Osteuropa ausgesetzt. Die Webserver des Unternehmens, dass fast ein Drittel Deutschlands an das Stromnetz anbindet, ist bis zum Mittwoch Nachmittag nur schlecht erreichbar.

Ein Sprecher des Unternehmens erklärte gegenüber der Berliner Morgenpost, dass lediglich die Webserver, nicht aber irgendwelche Infrastruktur seiner Firma von dem Angriff betroffen ist. Insbesondere die Steuerung der Stromversorgung ist nicht das Ziel der Hacker – die damit betrauten Computer sind ohnehin nicht mit dem Internet verbunden.

DDOS-Attacke gegen den Berliner Stromnetzbetreiber

50 Hertz wird mittels einer sogenannten Distributed Denial of Service-Attacke (DDOS) angegriffen, also mit dem digitalen Äquivalent eines groß angelegten Telefonstreichs: Durch Milliarden von ungültigen Anfragen an die Webserver gleichzeitig wird deren Anbindung an das Internet blockiert, gültige Anfragen etwa von Geschäftspartnern kommen nicht mehr durch.

Auch die E-Mail-Kommunikation der Stromnetz-Unternehmens war gestern blockiert. Doch mehr als eine Blockade erreichen die Hacker mit DDOS nicht, insbesondere der Einbruch auf die eigentlichen Betriebsserver ist so nicht möglich.

Angriffe kommen aus Osteuropa und Russland

Der Angriff wird von tausenden IP-Adressen aus Russland und Osteuropa aus ausgeführt, die IT-Administratoren des Unternehmens rechnen daher damit, dass die Hacker ein Bot-Netz aus gekaperten Privatrechnern einsetzen, um die Arbeitslast des Angriffs auf viele verschiedene Maschinen zu verteilen.

Absicht und Motiv hinter der Attacke sind laut 50 Hertz noch völlig unklar. Wenn es sich nicht um einen bloßen digitalen Schabernack handelt, könnte eine digitale Schutzgeld-Erpressung Ziel der Angreifer sein: Nur wer zahlt, wird in Ruhe gelassen.

50 Hertz nimmt Server vorerst vom Netz

Aus Sicherheitsgründen reagieren die 50-Hertz-Administratoren nun vorerst damit, ihre Server einfach vom Netz zu trennen, und auf die Webseite zeitweise zu verzichten.

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