Ratingagentur
Moody's entzieht Frankreich das Spitzenrating AAA
Moody's hat Frankreich seine Topbonität entzogen. Die Ratingagentur senkte die Bewertung um eine Stufe. Der Ausblick bleibt negativ.
Frankreich hat bei der Ratingagentur Moody's sein Spitzenrating verloren. Die Kreditwürdigkeit des Landes wurde um eine Stufe von Aaa auf Aa1 gesenkt, wie Moody's am Montagabend mitteilte. Der Ausblick bleibt negativ.
Die Ratingagentur begründete den Schritt damit, dass die Langzeitaussichten für das Wirtschaftswachstum Frankreichs durch eine Reihe von Faktoren negativ beeinflusst würden. Moody's nennt als Beispiele den anhaltenden Verlust der Wettbewerbsfähigkeit Frankreichs und die Unbeweglichkeit des dortigen Arbeits-, Waren- und Dienstleistungsmarktes. Durch dieses Risiko eines nachlassenden Wirtschaftswachstums könne auch nicht mehr so klar vorhergesagt werden, wie Frankreich auf zukünftige Erschütterungen in der Eurozone reagieren werde, hieß es von Moody's.
Frankreichs Rating bleibe dennoch auf einem vergleichsweise hohen Niveau von Aa1, weil das Land andere Stärken habe, die seine Kreditwürdigkeit absicherten. Dazu zählten eine breit gefächerte Wirtschaft und ein starkes Bekenntnis zu Strukturreformen und einem Konsolidierungskurs durch die Regierung.
Ein schlechteres Rating kann die Geldbeschaffung am Kapitalmarkt erschweren und verteuern. Die Abwertung wirkt besonders schwer, weil Frankreich zu den größten Volkswirtschaften der Eurozone gehört. Auch das deutsche Spitzenrating steht bei Moody's unter Beobachtung.

















