19.11.12

Test

Diese Blu-ray-Spieler sind günstig und können viel

Schlechte Zeiten für DVD-Spieler: Die Blu-ray-Player im Test haben viele Funktionen und kosten wenig. Mit Preisen unter 100 Euro zielen sie direkt auf den Geldbeutel. Lohnt sich die Anschaffung?

Foto: Audio Video Foto Bild

Platz 6: Samsung BD-E5300:
Trotz guter Bildqualität und sauberem Ton landet der Samsung auf dem letzten Platz. Grund: Die Mitbewerber sind zu gut und die Internet-Ausstattung des BD-E5300 lässt zu wünschen übrig. YouTube ist zwar an Bord, nicht aber die sonst bei Samsung übliche Auswahl an Apps. Selbst die Multimedia-Wiedergabe schwächelte: Fotos mit mehr als 10 Megapixel Auflösung etwa stellte das Gerät nicht dar.
Stärken: gutes Blu ray-Bild
Schwächen: magere Ausstattung, schwache Fotowiedergabe
Testergebnis: befriedigend (2,86)
Preis: 70 Euro
Preisurteil: günstig

6 Bilder

Der Videorecorder ist tot – und den DVD-Spielern geht es auch schon schlecht. Denn die sechs Blu-ray-Player in diesem Test nehmen sie gezielt aufs Korn. Sie zeigen mit ihrem HD-Bild, zu welch guter Qualität moderne Flachbild-Fernseher fähig sind.

DVDs oder CDs spielen sie ebenfalls ab – und wirklich teuer sind sie auch nicht mehr: Die brandaktuellen Testgeräte von LG, Panasonic, Philips, Samsung, Sony und Toshiba starten bei 70 Euro.

Nur wenige Anschlüsse

Für ältere TV-Geräte und Videoprojektoren sind die sechs Player nichts: Sie geben HD-Filme nur am Digitalanschluss HDMI aus. Entsprechende Eingänge haben fast alle Flachbild-TVs, die sechs Jahre oder jünger sind.

Analog-Ausgänge sind aus Gründen des Kopierschutzes für HD-Bilder tabu. Einige Player haben noch einen Analog-Ausgang, der Filme in Standard-Qualität ausgibt.

Für Heimkino-Anlagen ist ein digitaler Tonausgang wichtig, der nur am Panasonic fehlt. Samsung und LG sparen sich den analogen Stereo-Ausgang, der zum Anschluss an HiFi-Anlagen nützlich ist. Der Sony BDP-S390 bietet als einziges Gerät Buchsen für alle Eventualitäten.

Extras per Netzwerk

Entscheidende Unterschiede gibt es in der Multimedia-Ausstattung der Player: Alle sechs können Fotos, Videos und Musik von USB-Speichern abspielen. Mit Ausnahme von LG haben die Hersteller ihren Geräten zusätzlich einen Netzwerkanschluss spendiert. Der Toshiba kann darüber aber nur Software-Updates laden und die meist öden Internet-Extras zu Blu-ray-Filmen.

Die Player von Panasonic, Philips, Samsung und Sony spielen außerdem Fotos, Filme und Musik aus dem Heimnetzwerk – lästiges Kopieren auf USB-Stifte entfällt. Auch YouTube-Videos lassen sich hier abrufen. Panasonic und Sony punkten zusätzlich mit dem Zugang zu Online-Videotheken.

Lohnen teurere Player?

In Bild- und Tonqualität sind die Unterschiede zwischen den Playern sehr gering. Sie liefern so gute Ergebnisse, dass man die Daseinsberechtigung teurer Modelle infrage stellen kann. Der Aufpreis lohnt vor allem für 3D-Fans, denn dreidimensionale Wiedergabe beherrschen die sechs Testgeräte nicht.

Fast alle polieren aber die vorhandene DVD-Sammlung für den HDTV-Fernseher auf. Nur LG und Samsung enttäuschten in dieser schwierigen Disziplin durch Unschärfen und Flimmereffekte.

Hakelige Bedienung

Rückschritte gegenüber DVD-Spielern gibt es leider im Bedienkomfort: Vom Einlegen einer Disc bis zum Filmstart vergehen lange Wartezeiten. Hinzu kommen ausufernde Bildschirmmenüs. Unter den Playern im Test fiel besonders der Toshiba mit hakeliger Bedienung auf.

Dass die Geräte teils mit Funktionen überfrachtet sind, zeigt der oft stockende Bedienablauf bei LG, Panasonic und Sony. Dann wird aus der Freude über die vielen Extras regelmäßig Frust.

Gerade wenn es um digitale Fotoshows aus dem Netzwerk oder von großen USB-Festplatten geht, nerven die Player mit langen Wartezeiten, in Einzelfällen kam es bei großen Datenmengen sogar zu Abstürzen. Von USB-Stiften klappte die Wiedergabe von Fotos dagegen flott und reibungslos.

Fazit: Dass es so viel Qualität und Ausstattung wie beim Testsieger Sony BDP-S390 für nicht mal 100 Euro gibt, ist überraschend. Abgesehen von 3D ist alles an Bord, was die aktuelle Blu ray-Generation auszeichnet.

Der zweitplatzierte Philips entpuppt sich als Meister der DVD-Wiedergabe und präsentiert alte Scheiben in neuem Glanz.

Quelle: Audio Video Foto Bild. Mehr zum Thema finden Sie in der Audio Video Foto Bild, Ausgabe 12/2012.

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