18.11.12

Frachtflieger

Airline Cargolux braucht dringend einen Retter

Nur 15 Minuten dauerte die Krisensitzung, dann zog sich Qatar Airways aus seiner Beteiligung am Luxemburger Frachtflug-Riesen zurück. Jetzt taumelt nicht nur Cargolux, sondern auch der Finanzminister.

Von Heiner Siegmund
Foto: picture-alliance/ dpa

Missgeschick auf dem Flughafen Maastricht-Aachen: Im März 2009 kam eine Boeing 747 von Cargolux dort vom Rollfeld ab und blieb im Rasen stecken. Verglichen mit der jetzigen Lage der Airline eine Petitesse.
Missgeschick auf dem Flughafen Maastricht-Aachen: Im März 2009 kam eine Boeing 747 von Cargolux dort vom Rollfeld ab und blieb im Rasen stecken. Verglichen mit der jetzigen Lage der Airline eine Petitesse.

Die arabische Qatar Airways, bislang 35-prozentiger Anteilseigner an Cargolux, zieht sich aus der luxemburgischen Frachtfluglinie zurück. Das ergab eine Krisensitzung am vergangenen Freitag, bei der die Vertreter von Qatar Airways eine krachende Niederlage erlitten. So lehnte die Mehrheit der Anteilseigner deren Begehren ab, mit Richard Forson einen Vertrauten der Katarer als neuen Vorstandsvorsitzenden einzusetzen.

Auch die von Qatar Airways angestrebte Erhöhung der eigenen Anteile und die Auslagerung der Flugzeugwartung wies das Kontrollgremium zurück. Daraufhin erklärten die Araber nach nur 15-minütiger Sitzung das Ende ihres Cargolux-Engagements und kündigten den Verkauf ihres Anteilspakets an.

Gewerkschaft fordert Rücktritt des Finanzministers

Der Fall hat am Wochenende auch die luxemburgische Regierung erfasst. So fordert die größte Gewerkschaft des Landes Onafhängege Gewerschaftsbond Letzebuerg (OGBL) den Rücktritt von Finanzminister Luc Frieden. Die Organisation verlange zugleich von der Regierung schnelle Schritte zur Rettung von Cargolux vor dem Bankrott, sagte ein OGBL-Sprecher der "Welt".

Dem amtierenden Management zufolge benötigt die Gesellschaft eine sofortige Erhöhung des Eigenkapitals von rund 200 Millionen Euro um zu überleben. Dazu liefen Gespräche mit der russischen Volga-Dnepr-Gruppe, zu der auch AirBridge Cargo gehört, hieß es aus Unternehmenskreisen.

Chinesen hatten auch Interesse an Cargolux

Finanzminister Frieden hatte im Sommer 2011 Deal ohne Ausschreibung eingefädelt und der staatlichen Qatar Airways den 35-prozentigen Anteil an Cargolux zum Vorzugspreis von 117 Millionen US-Dollar angeboten. Er wies damit eine Offerte der chinesischen HNA-Gruppe (Hainan Airlines) zurück, die rund 50 Millionen Dollar mehr geboten hatte.

Zuletzt flog der direkte Konkurrent der Lufthansa Cargo mit seinen 13 Jumbo-Frachtern permanente Verluste ein. Dies auch deshalb, weil Partner Qatar Airways die Frachtraten von Cargolux um bis zu 20 Prozent unterbot und damit wichtiges Geschäft abwarb.

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