16.11.2012, 20:32

Konsum-Kritik Gauck fordert indirekt zu Protest gegen Apple auf

Foto: Steffi Loos / dapd

Bundespräsident Gauck hat das Konsumverhalten der Deutschen scharf kritisiert. Statt sich für die neusten Handys anzustellen, sollte man besser gegen unmenschliche Arbeitsbedingungen protestieren.

Bundespräsident Joachim Gauck hat harsche Kritik an Apple und seinen Kunden geübt, ohne den Namen des US-Konzerns allerdings direkt zu erwähnen. "Man kann morgens um fünf Uhr für das neueste Gerät auf dem Markt anstehen. Man kann aber auch einen ganzen Tag lang vor dem Laden protestieren – gegen unmenschliche Arbeitsverträge dort, wo diese Produkte hergestellt werden", sagte er auf dem Führungstreffen der "Süddeutschen Zeitung" (Video).

Gemeint ist damit ganz offensichtlich US-Konzern Apple, bei dem sich bei Produktstarts wie etwa neuen iPad- oder iPhone-Modellen regelmäßig lange Schlangen vor den Geschäften bilden.

Apple lässt seine Geräte unter anderem vom chinesischen Auftragshersteller Foxconn fertigen. Der steht seit Monaten wegen schlechter Arbeitsbedingungen in der Kritik, wegen der es zu einer ganzen Reihe von Selbstmorden und zuletzt einer Massenschlägerei gekommen war.

Die Marktmacht der Konsumenten

Gauck wies in seiner Rede darauf hin, dass Konsumenten eine enorme Marktmacht besitzen würden. Und redete ihnen ins Gewissen: "Wo Handys zum Lifestyle werden, sind Produktionsbedingungen immer öfter nicht egal".

Neben dem Bundespräsidenten hatte gerade erst das Umweltbundesamt die Hersteller von Tablets und Smartphones kritisiert – wegen der fest sitzenden und schlecht wieder verwendbaren Akkus.

(lw)
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