16.11.12

Bundesnetzagentur

Handynetz-Betreiber müssen Telefonie-Preise senken

Telefonieren mit dem Handy könnte noch einmal günstiger werden: Die Bundesnetzagentur hat die Mobilfunkunternehmen zu einer deutlichen Preissenkung verpflichtet – unter Verweis auf den Datenumsatz.

Foto: pa/dpa
Mobilfunkfirmen in Deutschland: Es drohen heftige Umsatzeinbußen
Mobilfunkfirmen in Deutschland: Es drohen heftige Umsatzeinbußen

Die Bundesnetzagentur schreibt den vier Mobilfunknetzbetreibern eine kräftige Preissenkung vor. Die Deutsche Telekom, Vodafone, E-Plus und O2 dürfen nur noch gut 1,85 Cent je Minute für Anrufe verlangen, die aus anderen Netzen kommen, teilte die Regulierungsbehörde mit.

Damit sinken die Gebühren, die sich die Unternehmen untereinander in Rechnung stellen. Die Preise sind einer der wichtigsten Posten der Netzbetreiber bei der Berechnung der Minutenpreise, die sie von den Handykunden verlangen. Ob damit auch die Endpreise zurückgehen, liegt im Ermessen der Unternehmen. Die Regelung gilt ab Anfang Dezember.

Der Netzagentur zufolge ist der Preisschnitt für die Netzbetreiber gerechtfertigt, da der Datenumsatz im Mobilfunk kräftig steigt. "Immer weniger Kosten werden durch den Sprachverkehr verursacht, so dass dieser einen entsprechend geringeren Anteil an den Gesamtkosten eines Mobilfunknetzes tragen muss", sagte Jochen Homann, Präsident der Bonner Behörde.

Zum anderen bleibe den Unternehmen auch nach der Gebührensenkung noch Spielraum, um weiterhin in den Ausbau ihrer Mobilfunknetze zu investieren.

Anleger setzten Telefon-Aktien auf die Verkaufsliste. Die Titel der Telekom gaben um 2,3 Prozent nach und damit deutlich stärker als der Dax, der 1,3 Prozent verlor. Die Anteilsscheine von O2 kosteten 1,5 Prozent weniger.

Mobilfunker üben Kritik

Die Handynetzbetreiber kritisieren die Entscheidung scharf. "Die Absenkung ist ein schlechtes Signal für weitere Investitionen in modernen breitbandigen Mobilfunk", sagte ein Telekom-Sprecher. In der Folge gehe den Mobilfunkunternehmen in Deutschland pro Jahr eine halbe Milliarde Umsatz verloren.

Für den Konkurrent Vodafone kommt der Preisschnitt zur Unzeit, da Deutschland beim Ausbau der mobilen Datennetze führend sei. "Die Industrie kann zu Recht erwarten, dass dieser Ausbau nicht durch den Abzug von Mitteln für Investitionen durch die Politik gefährdet wird", sagte ein Sprecher.

Mit der Senkung der Entgelte in diesem Jahr lässt es die Netzagentur aber nicht bewenden. In einem zweiten Schritt werde die Gebühr ab dem 1. Dezember 2013 noch einmal geringfügig auf 1,79 Cent in der Minute sinken, hieß es. Bislang lagen diese im Fachjargon Terminierungsentgelte genannten Gebühren zwischen 3,36 Cent und 3,39 Cent pro Minute.

Quelle: Reuters/lw
Quelle: Reuters
30.10.12 2:04 min.
Es war der größte Börsengang in Deutschland seit Jahren. Die O2-Papiere starteten mit einem Kurs von 5,70 Euro in den Handel und stiegen bis auf 5,84 Euro. Ausgegeben worden waren sie zu 5,60 Euro.
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