16.11.2012, 15:32

Studie Ikea-Manager wussten von Zwangsarbeit in der DDR

Foto: THOMAS PETER / REUTERS

Der Möbelriese Ikea hat in den 80er Jahren in der DDR produzieren lassen - auch von politischen Häftlingen. Dies räumte Ikea nun ein.

Politische Häftlinge waren in DDR-Betrieben an der Herstellung von Möbelstücken für die schwedische Möbelkette Ikea beteiligt. Das hat eine Untersuchung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young ergeben, die am Freitag in Berlin vorgestellt wurde. Die Lieferung dieser Teile für Ikea liege 25 bis 30 Jahre zurück, hieß es. Danach war auch einigen Ikea-Vertretern der Einsatz von politischen Strafgefangenen bewusst. "Wir bedauern außerordentlich, dass dies geschehen konnte", erklärte Ikea-Managerin Jeanette Skjelmose. Der Konzern hatte den Vorwurf untersucht, DDR-Häftlinge hätten für Ikea Zwangsarbeit geleistet.

Der schwedische Konzern habe zwar Schritte unternommen, um sicherzustellen, "dass Gefangene nicht für die Herstellung eingesetzt wurden", erklärte das Unternehmen in Berlin. Es sei nun aber klar, "dass diese Maßnahmen nicht wirkungsvoll genug waren". "Zu jener Zeit hatten wir noch nicht das heutige, gut ausgearbeitete Kontrollsystem und haben offensichtlich nicht genug getan, um derartige Produktionsweisen zu verhindern", erklärte die schwedische Ikea-Managerin Jeanette Skjelmose.

Kritik an der Studie

Seit langem gab es Vorwürfe, der Möbelbauer und andere westliche Unternehmen hätten von der Produktion durch politische Gefangene in der DDR profitiert. Ikea kündigte daraufhin eine Überprüfung der Vorwürfe an und gab bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young eine Studie in Auftrag.

Für die Untersuchung wurden nach Angaben des Unternehmens Dokumente aus Ikea-Archiven sowie Bundes- und Landesarchiven ausgewertet. Zudem wurden 90 Gespräche mit aktiven und ehemaligen Mitarbeitern von Ikea sowie mit Betroffenen, Beteiligten und Zeitzeugen geführt. Im Vorfeld der Veröffentlichung war kritisiert worden, dass Ikea eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft beauftragte statt Historiker und Politikwissenschaftler.

(AFP/dpa/ap)
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