16.11.12

OECD-Bericht

Deutschland steigert Ausgaben für Gesundheit

In der Finanzkrise schrauben die meisten europäischen Staaten ihre Gesundheitsbudgets zurück, wie die OECD ermittelt hat. Nicht so die Bundesrepublik: Hier sind die Ausgaben sogar gestiegen.

Von Stefan von Borstel

Mehr Geld für das Gesundheitswesen – damit steht Deutschland in Europa nahezu alleine da
Mehr Geld für das Gesundheitswesen – damit steht Deutschland in Europa nahezu alleine da

Die Ausgaben für Gesundheit in der Europäischen Union sind erstmals seit 1975 gesunken. Angesichts der Finanzkrise versuchten viele europäischen Staaten, ihre Defizite zu senken und kürzten daher staatliche Ausgaben, davon sei auch das Gesundheitswesen betroffen, berichtet die OECD in ihrem Gesundheitsbericht 2012.

Eine der wenigen Ausnahmen von diesem Trend ist Deutschland: Hier stiegen die Ausgaben im Jahr 2010 pro Kopf um 2,7 Prozent und damit stärker als in den Jahren zuvor. In der EU sanken sie dagegen um 0,6 Prozent. Zwischen 2000 und 2009 waren sie jährlich um 4,6 Prozent gestiegen – und damit zwei oder dreimal so schnell wie die Einkommen in vielen Ländern.

Am stärksten war der Einbruch in Irland, Estland und Island mit einem Minus von über sieben Prozent sowie in Griechenland mit 6,7 Prozent. "Trotz knapper öffentlicher Kassen setzen die Länder alles daran, dass der Zugang zu hochwertiger Gesundheitsversorgung die Norm bleibt", sagte OECD-Vize-Generalsekretär Yves Leterme. "In den kommenden Jahren werden wir sehen, ob das gelungen ist."

Deutschland spart bei der Vorsorge

Da die Regierungen bei der Finanzierung der Akutmedizin kaum Spielraum hätten, sparten sie zumeist bei Gesundheits- und Vorsorgeprogrammen. Insgesamt flossen im EU-Schnitt lediglich drei Prozent des Gesundheitsbudgets in die Prävention, also etwa in Impfkampagnen oder in die Aufklärung über gesunde Ernährung, über Sport sowie über die Folgen von Alkohol und Tabakkonsum.

Im Vergleich zu den Jahren vor der Krise lag das Minus bei 3,2 Prozent. In Deutschland ist die Vorsorge der einzige Sektor, in dem die Ausgaben sanken, und zwar um knapp elf Prozent. Dabei sei Prävention häufig kostengünstiger als die spätere Behandlung von Krankheiten, betonte die OECD.

Mehr als die Hälfte der Europäer übergewichtig

Mehr als die Hälfte der Europäer sind übergewichtig, berichtet die OECD und verweist auf Finnland, Frankreich und Ungarn, die jüngst Steuern auf ungesunde Lebensmittel und Getränke eingeführt hätten. Mit diesen "Fettsteuern" sollen die Ernährungsgewohnheiten verbessert werden.

Deutschland gehört zu den Ländern, die gemessen am BIP mit 11,6 Prozent am meisten für Gesundheit ausgeben. Nur in den Niederlanden war der Anteil mit 12 Prozent höher.

Foto: Alexander Deutsch

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