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12.06.09

Ratgeber

Warum große Fernseher oft äußerst unscharf sind

Die Nachfrage nach großen Fernsehern steigt rasant. Kein Wunder, denn die Preise fallen: Gute Geräte mit einer Diagonale von 117 Zentimetern gibt es für rund 1600 Euro. Der Nachteil der Riesen: Sie geben das herkömmliche, analoge TV-Signal nur schlecht wieder. Darauf müssen Sie achten.

Audio Video Foto Bild

Die Zeitschrift "Audio Video Foto Bild" hat fünf LCD-TVs aus der 80-cm-Klasse getestet. So haben die Fernseher abgeschnitten: 5. Platz: "JVC LT-32R10BU".

5 Bilder

Große Fernseher waren vor kurzer Zeit nur etwas für Großverdiener. Heute gibt es riesige Flachbildschirme mit fast 1,20 Meter Bildschirmdiagonale schon für weniger als 2000 Euro in großer Auswahl. Dazu bieten die Fernseher auch noch interessante Extras wie digitale TV-Empfänger, Internetzugang und Fotowiedergabe.

Empfangskomitee

Entscheidend für die Auswahl ist, wie Sie TV-Programme zu Hause empfangen. Denn ist ein passender Receiver im TVGerät eingebaut, ersparen Sie sich ein separates Empfangsgerät und kommen mit einer Fernbedienung aus. Für analoges Kabelfernsehen und digitale Antennensender (DVB-T) haben alle Modelle die passenden Empfänger eingebaut. Digitale Kabelprogramme (DVB-C) dagegen empfangen nur die Modelle von Panasonic, Samsung und Sony. Die drei zeigen per DVB-C auch HDTVProgramme. Sie haben die beste Bildqualität, sind aber eher selten.

Achtung: Je nach Kabelanbieter benötigen Sie für den Empfang privater Sender wie RTL ein Entschlüsselungsmodul (etwa vom Typ Alphacrypt) und eine Abo-Karte. Beides kommt in einen Schacht (CI) auf der Rückseite des Fernsehers. Die Abo-Karte gibt es je nach Kabelanbieter nur, wenn Sie bei der Bestellung die Seriennummer eines vom Kabelanbieter zertifizierten Geräts angeben. Die Fernseher sind aber nicht zertifiziert! Sie können aber zum Beispiel die Seriennummer von einem alten Premiere- Receiver (Nokia D-Box 2) angeben. Von Kabel Deutschland etwa bekommen Sie dann mit etwas Glück die passende Abokarte vom Typ D02. Bei Unitymedia heißt sie I02 und kostet fünf Euro pro Monat extra.

Der Sony akzeptiert auch Entschlüsselungsmodule nach dem neuen Standard CI+. Dafür wollen Kabelbetreiber passende Module anbieten oder zertifizieren, so dass Kunden problemlos an die passende Abokarte kommen. Zum Zeitpunkt des Tests war jedoch noch keins verfügbar. Weil Panasonic seine Kunden nicht mit diesem Chaos konfrontieren möchte, verheimlicht der Hersteller den eingebauten DVB-C-Empfänger in der Bedienungsanleitung. Dieser ist laut Hersteller nicht für den deutschen Markt vorgesehen. Er wurde deshalb im Test nicht berücksichtigt. Sie können ihn jedoch im DVB-T-Menü über "DVB-CSender hinzufügen" aktivieren. Einen Sat-Empfänger (DVBS) hat nur der "Panasonic TX-P46GW10" eingebaut, einschließlich HDTV.

Zeitlupe

Nachteil der eingebauten Digitalempfänger: Viele benötigen eine gefühlte Ewigkeit für einen Programmwechsel. Akzeptabel war nur der Testsieger von Samsung. Und selbst bei dem vergehen bis zu 1,8 Sekunden, bis nach dem Umschalten der neue Sender erscheint. Am langsamsten wechselte der Sharp bei DVB-T das Programm: Er brauchte dazu 3,5 Sekunden.

Dafür stimmt beim Sharp nach dem Umschalten des Programms noch das Bildformat, ebenso beim Sony und beim JVC. Die Format- Automatik dieser drei Testkandidaten funktionierte. Dabei können Sie im Menü festlegen, ob der Fernseher 4:3-Programme unverzerrt oder in die Breite gezogen darstellen soll. Diese verzerrte Darstellung ist beim Panasonic und Samsung unvermeidlich, wenn man die automatische Bildanpassung wählt. Wer 4:3-Bilder korrekt sehen will, muss immer wieder von Hand das Bildformat an das laufende Programm anpassen.

Bilderbogen

Außer Fernsehprogrammen und Videofilmen zeigen alle fünf Kandidaten auch Digitalfotos per USB oder von Speicherkarten. Bei Sharp und Sony dauerte es allerdings bis zu 13 Sekunden, bis ein Bild endlich erschien. Wenn Sie eine ganze Serie als Fotoshow abspielen lassen, klappt der Wechsel allerdings schneller. Bei den Modellen von Sharp und JVC ist die Geschwindigkeit der Fotoshow vorgegeben. Die anderen Testgeräte bieten drei und mehr Geschwindigkeiten zur Wahl an. Samsung und Sony warten zusätzlich mit einem Netzwerkanschluss auf. Darüber können Sie Fotos, Filme und Musik von einem PC oder von einer Netzwerkfestplatte abspielen. Außerdem zeigen die Fernseher darüber Infos aus dem Internet, zum Beispiel Wettervorhersagen, bestimmte Nachrichtenticker und Fotoportale.

Tastsinn

Diese Funktionsvielfalt erfordert umfangreiche Bildschirmmenüs. Am übersichtlichsten sind diese bei JVC, Panasonic und Samsung. Der Sony hat besonders viele Unterpunkte im Menü, das sogar die Bedienungsanleitung enthält. Das klingt praktisch und ist es auch oft. Es hat aber den Nachteil, dass man nicht gleichzeitig die Anleitung und etwa die Bildeinstellungen im Menü sehen kann. Als gedruckte Version liegt nur eine Kurzfassung bei. Sehr umfangreich ist wegen der Funktionsvielfalt außerdem das Tastenarsenal auf den Fernbedienungen.

Die beste Note dafür ging an Samsung. Sie hat als einzige eine Beleuchtung für alle Tasten, so dass man auch im abgedunkelten Raum den Fernseher sicher steuern kann. Sehr gelungen ist auch die JVCSteuerung. Ihre Tasten sind schön groß, gut sortiert und klar zu unterscheiden. Obendrein können Sie andere Geräte wie einen DVD-Spieler damit steuern – auch von anderen Herstellern. Die Programmierung dafür ist einfach: Die Suchfunktion sendet so lange Fernbedienungsbefehle, bis das zu steuernde Gerät darauf reagiert. Dann ist der passende Code gefunden.

Verbraucherzentrale

Der JVC erhielt wie auch der Sony die Auszeichnung "Stromsparer". Nur diese beiden hatten einen Standby-Verbrauch von unter einem Watt und dazu noch einen Netzschalter, der den Verbrauch auf Null reduziert. Am meisten Strom verbrauchte mit 435 Watt das Plasma-Gerät von Panasonic. Eine Stunde Fernsehen kostet mit ihm über acht Cent! Der sparsamste war dagegen der "Sony KDL-46WE5". Er begnügte sich mit nur 112 Watt. Das kostet pro Fernsehstunde kaum mehr als zwei Cent. Der Samsung lag mit 124 Watt nur knapp darüber. Die Helligkeit war bei der Messung jeweils für die bestmögliche Bildqualität eingestellt.

Scharfblick

Außer von den Bildeinstellungen hängt die Qualität auch vom Programm ab. Herkömmliches (analoges) Kabelfernsehen erschien beim Panasonic und Sharp etwas unscharf und grieselig. Die Konkurrrenz lieferte klarere Bilder. Besonders gilt das für den "Samsung UE46B7090" mit seiner klaren, scharfen und plastischen Darstellung.

Digitale Programme sahen bei allen Testgeräten deutlich besser aus. Panasonic und Sharp legten an Schärfe zu und rauschten weniger. Die anderen Fernseher übertrafen die beiden noch in puncto Schärfe. Spitze blieb der Samsung. Ihr ganzes Können zeigten die Fernseher mit Filmen von DVD und besonders von Blu-ray-Discs. Das Bild des Sharp-Modells sah über analoge Verbindungen wie Scart- Kabel aber unscharf und trübe aus. Ihn sollten Sie nur per Digitalkabel (HDMI) ansteuern.

Doch selbst dann fiel sein Bild und das des Panasonics etwas weniger knackig aus als das der Konkurrenz. Die Wiedergabe des JVC, Samsung und Sony war dagegen sehr scharf und plastisch. Doch gab es auch hier kleine Schönheitsfehler: Der "JVC LT-47DV1BU" zeigte Schwarztöne etwas grau. Außerdem zitterten Bewegungen leicht. Das Bild vom Sony zitterte bei Bewegungen ebenfalls etwas. Nahezu fehlerfrei: der Testsieger von Samsung. Er zeigte sogar in dunklen Szenen alle Details. Konturen wirkten allerdings schon fast überdeutlich, so knackig präsentierte er das Bild. Die Farben waren recht natürlich und Bewegungen als einzige im Test fließend.

Der Ton klang bei allen Kandidaten wenig erfreulich. Sprache war zwar gut verständlich, hörte sich aber durchweg blechern und unausgewogen an. Das konnten andere Flachbildschirme schon weitaus besser.

Fazit: Der Testsieg fiel denkbar knapp für den "Samsung UE46B7090" aus. Denn sein Angebot an Anschlüssen ist mager. Er lieferte aber mit Abstand das beste Bild. Mit dem Preis-Leistungs-Sieger "Panasonic TX-P46GW10" bekommen Sie ordentliche Bildqualität zum Kampfpreis – wenn Sie das leichte Flimmern nicht stört.

Mehr zum Thema finden Sie in der aktuellen "Audio Video Foto Bild", Ausgabe 07/09.

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