Aus Premiere wird Sky
Warum Fußball im Fernsehen immer teurer wird
Am 1. Juli wird aus Premiere Sky Deutschland. Das bedeutet für alle Fußball-Fans, dass das Bundesliga-Abonnement monatlich 13 Euro teurer wird. Der Sender begründet die Preissteigerung mit einem verbesserten Angebot. Es gibt allerdings eine Möglichkeit, die Erhöhung zu umgehen.
Von Steffen Lüdeke
Nicht mehr lange, dann werden 15.000 Kneipiers und Gaststättenbesitzer die Leiter aus dem Keller holen und zum Akkuschrauber greifen. Die "Premiere-Sportsbar" hat ausgedient, aus Premiere wird vom 1. Juli an Sky Deutschland, und die Bars werden dementsprechend umbenannt. Neuer Name, neues Logo, neues Image.
Und alles wird besser. Jedenfalls wenn den Beteuerungen Glauben geschenkt werden darf, die aus dem Hause Sky Deutschland nach außen dringen. "Wir eröffnen eine neue Dimension hinsichtlich der Auswahlmöglichkeiten und der Liveunterhaltung für Sportfans in Deutschland", sagt Sportvorstand Carsten Schmidt.
In der Tat gibt es ein verbessertes Angebot. Allein in der Fußball-Bundesliga erhöht sich der Anteil der Übertragungen nicht unwesentlich. Wegen der veränderten Anstoßzeiten und des zusätzlichen Spiels am Sonntag wird künftig noch mehr Fußball zu sehen sein.
Damit verbunden ist allerdings auch eine nicht unerhebliche Steigerung des Preises für die Abonnenten des Bezahlsenders. Jeder Neukunde muss künftig das Basispaket "Sky Welt" für 16,90 Euro buchen, das 20 Sender beinhaltet. Dazu kommen für jeweils 16 Euro die weiteren Pakete Film, Sport und Bundesliga. Wer ausschließlich die Liga sehen will, zahlt künftig also insgesamt 32,90 Euro; das Premiere Bundesliga-Paket war noch für 19,99 Euro zu haben. Formel 1, Champions League, DFB-Pokal und der weitere Sport sind ebenfalls als 16-Euro-Paket zu haben. Wer das allgemeine Sportangebot plus Bundesliga sehen will, zahlt künftig 44,90 Euro statt wie bisher 34,99 Euro.
Keine Änderungen für Sportsbars
"Da die Leistung verbessert ist, ist eine Preissteigerung ganz normal", sagt Unternehmenssprecher Torsten Fricke. Dass diese Logik auch für die 15.000 Geschäftskunden, also die Sportbars, gelten müsste, will er nicht kommentieren. Eine Bestätigung dafür gibt es auch offiziell noch nicht. Im Gegenteil, nach Auskunft der freundlichen Damen der Hotline der Premiere-Geschäftskundenberatung sollen an den Preisen für die Abonnements der Sportbars keine Änderungen erfolgen. "Dieses Thema ist bei uns derzeit nicht auf der Agenda", sagt auch Fricke. Derzeit, wohlgemerkt. Bisher wurden die Gastwirte in einem Informationsschreiben lediglich über die Namensänderung in Kenntnis gesetzt, wegen der künftigen preislichen Modalität gibt es noch keine Ankündigung.
"In Zeiten der Krise wäre jede Erhöhung sehr schwer zu verkraften", warnt Stefanie Heckel vom Verband der Deutschen Gaststättenbetreiber (DEHOGA), sie hofft deswegen, dass die Preise für die Sportbars konstant bleiben.
Dies hofft auch "Hanne" Weiner. Der ehemalige Spieler von Hertha BSC betreibt in Berlin die Fußballkneipe "Hanne am Zoo" und macht eine einfache Gleichung auf. Höhere Kosten können nur durch höhere Einnahmen aufgefangen werden. Ob dafür die gestiegene Anzahl der Übertragungen ausreichen würde, erscheint fraglich. Bliebe nur eine Erhöhung der Preise. Mehr Geld fürs Bier, diese Rechnung wird es bei Weiner allerdings unter keinen Umständen geben. "Das ist alles sehr hypothetisch, denn von einer Erhöhung hat niemand gesprochen", sagt er, "aber mehr zahlen müssen meine Gäste auf keinen Fall. Das ist in diesen Zeiten überhaupt nicht drin."
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