12.11.12

Biologie

Nachts essen macht doch dick

Wer nachts isst, legt schneller an Gewicht zu. Das hat jetzt ein Experiment mit Mäusen bestätigt. Die nahmen stärker zu, obwohl sie nicht mehr fraßen als ihre Experimentier-Kollegen.

Foto: Getty Images/The Image Bank
Wer nachts den Kühlschrank plündert, läuft Gefahr stärker zuzunehmen
Wer nachts den Kühlschrank plündert, läuft Gefahr stärker zuzunehmen

Warum werden manche schon von einem Riegel Schokolade dick. während sich andere den Bauch vollschlagen können, ohne ein Gramm zuzunehmen? Eine gemeine Laune der Natur? Die falsche Erbgutausstattung erwischt?

Forscher um Georgios Paschos vom Institute for Translational Medicine and Therapeutics an der University of Pennsylvania haben einen Grund für die verschiedene Dicklichkeitsaffinität gefunden. In "Nature Medicine" beschreiben sie, dass die Innere Uhr der Zellen einen entscheidenden Anteil an "dick" oder "dünn" hat.

Die Forscher hatten nachtaktive Mäuse mit einer Variante des Bmal1-Genes in ihren Fettzellen ausgestattet. Diese Mäuse wurden dick – obwohl sie die gleiche Kalorienmenge zu fressen bekamen wie Vergleichsmäuse mit einem "intakten" Bmal1-Gen.

Dick trotz gleicher Nahrungsmenge

Eine Erklärung konnten die Forscher schlicht mit einer Uhr finden: Denn die Mäuse mit der neuen Bmal1-Variante hatten einen veränderten Biorhythmus. "Schon eine kleine Verschiebung bei der Nahrungsaufnahme in die Richtung, zu der die Tiere normalerweise schlafen, führt dazu, dass mehr Energie in Fettzellen gespeichert wird", so Paschos, "unsere Mäuse wurden dick, obwohl sie nicht mehr Kalorien zu sich nahmen".

Die Tageszeit ist also für dick oder dünn entscheidend – eine Erkenntnis, die Nachtesser sicherlich bestätigen können und die Albert Stunkard bereits 1955 für Menschen formuliert hatte.

Die zweite Erkenntnis zur Tagesrhythmusabhängigkeit des Fettstoffwechsels bezieht sich auf die Fettzellen selbst. Bislang gingen Wissenschaftler davon aus, dass die Inneren Uhren von Zellen in peripheren Geweben – also auch in Fettzellen – von einer zentralen "Masteruhr" im Gehirn gesteuert werden. Dieser Haupttaktgeber ist der Hypothalamus. Durch die Veränderung der Bmal1-Gene in den Fettzellen konnte Paschos nun jedoch zeigen, dass die Fettzellen unabhängig von der Hauptuhr im Gehirn agieren können.

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