12.11.12

Konjunktur

Japans Wirtschaft droht die Rezession

Die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt bremst ab. Im dritten Quartal ist die Wirtschaft in Japan eingebrochen, für das vierte sind die Aussichten kaum besser. Die Börse in Tokio geht auf Talfahrt.

Foto: REUTERS

Der Hafen in Tokio. Hier wird ein guter Teil des japanischen Exports umgeschlagen
Der Hafen in Tokio. Hier wird ein guter Teil des japanischen Exports umgeschlagen

Japan droht die Rezession: Die Wirtschaftsleistung ist im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,5 Prozent eingebrochen. Im Vergleich zum Vorquartal verringerte sich die Wirtschaftsleistung der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt um real 0,9 Prozent.

Japans Regierungschef Yoshihiko Noda sprach von einer "ernsten" Lage. Die globale Abkühlung drosselte die Exporte, die weiter ein wichtiger Antriebsmotor der japanischen Wirtschaft ist. Die Investitionen der Unternehmen in Ausrüstungen und Anlagen sanken um 3,2 Prozent. Die Verbraucherausgaben, die etwa zur Hälfte zur Wirtschaftsleistung beitragen, gaben um 0,5 Prozent nach.

Beobachter rechnen auch für viertes Quartal mit Minus

Auch für das laufende Quartal von Oktober bis Dezember sagen Beobachter für die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt zudem eine Fortsetzung des Negativtrends voraus. Sollte es so kommen, dann befände sich Japans Wirtschaft in einer Rezession. Im allgemeinen sprechen Ökonomen bei zwei rückläufigen Quartalen in Folge von einer Rezession.

Von April bis Juni wuchs die Wirtschaft nur um magere 0,7 Prozent. Die zunächst gemeldeten 1,4 Prozent für das zweite Quartal mussten später um die Hälfte nach unten korrigiert werden.

Die Entwicklung dürfte den Druck auf die Notenbank aufrechterhalten, die Geldpolitik weiter zu lockern. Vor allem ein hoher Yen macht der japanischen Exportwirtschaft zu schaffen und sorgt für einen Wettbewerbsnachteil gegenüber Südkorea, aber auch Deutschland.

Konjunktur belastet die Börse

Für das Gesamtjahr hatte die Regierung in Tokio ein Wachstum von zwei Prozent avisiert. Streitigkeiten mit China über Inseln im ostchinesischen Meer trugen dazu bei, dass der Absatz japanischer Produkte in China rückläufig ist. Auch der Absatz in Europa lässt angesichts der schwierigen Wirtschaftslage zu wünschen übrig.

Die Konjunkturzahlen belasten die Börsenkurse. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte notierte zwischenzeitlich bei einem Minus von 64,31 Punkten oder 0,73 Prozent von 8693,29 Punkten. Es ist das erste Mal seit vier Wochen, dass der Nikkei unter die Marke von 8700 Punkten rutschte. Der breit gefasste Topix fiel bis zur Handelsmitte um 5,37 Punkte oder 0,73 Prozent auf den Zwischenstand von 725,37 Zählern.

Quelle: dpa/dapd/Reuters/dma
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