11.11.12

Ferdinand Piëch

"Teure Energie bedroht deutsche Industrie"

Steigende Energiepreise könnten Deutschland ganze Industriezweige kosten, warnt VW-Chefkontrolleur Piëch. Die befürchtete Rabattschlacht auf dem Automarkt werde dagegen "unblutig" werden.

Foto: dapd

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Volkswagen AG, Ferdinand Piëch
Der Aufsichtsratsvorsitzende der Volkswagen AG, Ferdinand Piëch

Volkswagen-Aufsichtratschef Ferdinand Piech sieht durch die steigenden Energiepreise die Existenz ganzer Industrien in Deutschland bedroht. "Deutschland läuft aufgrund hoher Energiekosten Gefahr, Industriezweige wie Gießereien und Metall mittelfristig zu verlieren", sagte Piëch der "Bild am Sonntag".

Auch für VW habe das Folgen. "Wir bei Volkswagen merken das beim Einkauf zum Teil schon heute, weil wir aufgrund des Kostendrucks auf Lieferanten aus anderen Ländern umsteigen müssen", erklärte er. VW-Fahrzeuge würden dadurch "tendenziell" teurer.

VW habe auf die politisch beschlossene Energiewende mit der Abkehr von der Atomkraft bereits reagiert. "Wir kaufen preiswerte Wasserkraft und alternative Energien", sagte Piëch.

Rabattschlacht wird "unblutig"

Einer möglichen Rabattschlacht auf dem schwächelnden Automarkt sieht Piëch gelassen entgegen. "Für uns wird es unblutig sein", sagte er in Anspielung auf Vorwürfe von Fiat-Konzernchef Sergio Marchionne. Dieser hatte VW in einem Interview vom Juli vorgehalten, mit aggressiven Preissenkungen einem "Blutbad" in der europäischen Branche Vorschub zu leisten. Diese Spitze gegen VW hatte zu einem Streit zwischen beiden Konzernen geführt.

Die Flaute auf dem europäischen Automarkt wird sich nach Einschätzung von Piëch im kommenden Jahr fortsetzen. "Die Situation speziell in Europa ist von deutlich zunehmender konjunktureller Unsicherheit geprägt. Die Rahmenbedingungen sind und bleiben insofern herausfordernd", sagte der oberste VW-Kontrolleur.

VW fürchtet Konkurrenz nicht

Die Entwicklung auf den weltweiten Absatzmärkten sei aber grundsätzlich positiv. "Das ist für uns als global tätiges Unternehmen ein Riesenvorteil", erklärte Piëch. VW sei gut aufgestellt.

Technologisch müsse VW die Konkurrenz nicht fürchten. "Da sehe ich niemanden, der in dieser Breite an VW heranreicht", sagte Piëch. "Aber wir beobachten unsere Wettbewerber aufmerksam." Anlass zur Hochnäsigkeit habe VW nicht.

Skeptisch sieht Piech die Entwicklung von Elektroautos. "Ich halte nicht vom reinen Elektroantrieb. Denn ich sehe nicht, dass in absehbarer Zeit Batterien mit ausreichender Haltbarkeit zur Verfügung stehen werden", erklärte der VW-Aufsichtsratschef.

Quelle: dapd/cat
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