09.11.12

Personal-Studie

Gehaltssteigerungen seit 2005 nur für Top-Manager

Eine Auswertung von mehr als einer Million Gehaltsdaten hat ergeben, dass nur Führungskräfte seit 2005 mehr verdienen. Selbst bei Akademikern frisst die Inflation den Lohnzuwachs auf.

Foto: picture-alliance

Nur Manager profitieren von Gehaltssteigerungen
Nur Manager profitieren von Gehaltssteigerungen

Trotz jahrelangen Wirtschaftswachstums sind in Deutschland laut einer neuen Studie nur die Gehälter von Managern gestiegen – Facharbeiter und Angestellte verdienen unterm Strich weniger.

Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Hamburger Beratungsunternehmens Personalmarkt mit dem Mannheimer Ökonomen Tom Krebs, über die das "Handelsblatt" berichtete. Ausgewertet wurden mehr als 1,6 Millionen Gehaltsdaten aus der deutschen Wirtschaft.

Obwohl die Wirtschaft seit 2005 um mehr als zehn Prozent gewachsen sei, habe ein Großteil der deutschen Arbeitnehmer seither sinkende Reallöhne hinnehmen müssen, hieß es.

Die Gehälter von Fachkräften mit Hochschulabschluss sowie von Facharbeitern und Sachbearbeitern seien zwischen 2005 und 2011 lediglich um sechs Prozent gestiegen. Inflationsbereinigt bedeutet dies laut Studie ein Minus von vier Prozent.

Dagegen verdienten Führungskräfte rund 14 Prozent mehr, der reale Zuwachs nach Abzug der Inflation liegt bei vier Prozent. 2012 werde das Plus noch größer sein, lautet die Einschätzung der Autoren der Untersuchung.

EU will Banker-Boni begrenzen

Die Europäische Union (EU) steuert auf eine strikte Begrenzung von Banker-Boni auf der Höhe des Fixgehalts zu. Die Mitgliedsstaaten hätten sich auf eine von Deutschland vorgeschlagene Lösung verständigt, sagten EU-Vertreter der Nachrichtenagentur Reuters.

Demnach ist die Basis dafür ein Vorschlag von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble von Ende August. Schäubles Eckpunkte seien nun die Position der EU-Staaten für die Verhandlungen mit dem Europäischen Parlament, die am Montag fortgesetzt werden. Bisher übertreffen die Boni das Fixgehalt oft um ein Vielfaches.

Die Einigung könnte den Auftakt für einen Schlussspurt in den stockenden Gesprächen über schärfere Kapitalvorschriften für die Finanzbranche geben. Die neuen Regeln sollen eigentlich wie international unter dem Schlagwort "Basel III" verabredet zum 1. Januar 2013 umgesetzt werden.

EU-Abgeordnete und Mitgliedsstaaten sind sich bislang jedoch in so vielen Punkten der europäischen Eigenkapitalrichtlinie uneins, dass dieser Termin kaum mehr einzuhalten ist. Die Banker-Boni gehören zu den strittigsten Fragen.

Schäubles Vorschlag hat große Chancen

Schäuble hat Ende August vorgeschlagen, "sofort in Cash auszahlbare Boni für Top-Manager in Banken maximal auf die Höhe ihrer Fixvergütung" zu beschränken. Zudem könne man langfristige variable Vergütungen von der Zustimmung eines großen Teils der Anteilseigner ihres Arbeitgebers abhängig machen. Weitere Details nannte er nicht.

Mit dem Vorschlag preschte er aber unter den Mitgliedsstaaten vor und ging auf das Parlament zu, das gleichfalls Boni nur in Höhe des Gehalts erlauben will. Großbritannien lehnt Begrenzungen bislang ab.

Die EU hat bereits seit längerem festgelegt, dass Boni nur zu einem Viertel in bar ausgezahlt werden und der Rest beispielsweise über Aktien-Zuteilungen stärker mit dem Gesamterfolg des Unternehmens verknüpft wird.

Hohe Bonuszahlungen gelten als Mitverursacher der Finanzkrise, weil sie die Banker für riskante Geschäfte belohnt und damit die falschen Anreize gesetzt haben.

Quelle: dpa/Reuters/woz
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