Wirtschaftskrise
Spanien schrumpft das fünfte Quartal in Folge
Auch im dritten Quartal steckt die spanische Wirtschaft in der Rezession fest, die Wirtschaftsleistung ist erneut gesunken. Für das Gesamtjahr und das kommende Jahr ist keine Besserung in Sicht.
Die spanische Wirtschaft verharrt in der Rezession. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte von Juli bis September bereits das fünfte Quartal in Folge, wie das Statistikamt mitteilte.
Der Rückgang fiel mit 0,3 Prozent im Vergleich zur Vorperiode aber etwas schwächer aus als im Frühjahr mit 0,4 Prozent. Von Reuters befragte Ökonomen hatten ein erneutes Minus von 0,4 Prozent erwartet.
"Das heißt noch lange nicht, dass es der Wirtschaft etwas besser geht", sagte Ökonomin Estefania Ponte von Cortal Consors angesichts des etwas besser als erwartet ausgefallenen Ergebnisses. "Es zeigt lediglich, dass viele Familien größere Käufe wegen der Mehrwertsteuererhöhung vorgezogen haben."
Sparpaket in Milliardenhöhe
Die Regierung hatte die Mehrwertsteuer am 1. September von 18 auf 21 Prozent angehoben. Das soll helfen, das Staatsdefizit im kommenden Jahr auf 4,5 Prozent zu halbieren. Die seit Dezember amtierende konservative Regierung will mit Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen bis 2014 rund 60 Milliarden Euro einsparen.
Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum sank die Wirtschaftsleistung um 1,6 Prozent. Nach Prognose des Internationalen Währungsfonds wird die nach Deutschland, Frankreich und Italien viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone in diesem Jahr um 1,5 Prozent schrumpfen. 2013 dürfte das Minus mit 1,3 Prozent ähnlich groß ausfallen.
Spekulationen um Hilfsantrag
Die Wirtschaftskrise hat eine Rekordarbeitslosigkeit zur Folge. Jeder vierte Spanier hat keinen Job. Das ist der höchste Wert in der Europäischen Union.
An den Märkten wird erwartet, dass Spanien früher oder später unter den Euro-Rettungsschirm schlüpft und damit den Weg frei macht für Anleihenkäufe durch die Europäischen Zentralbank (EZB). Diese könnten die Zinsen für Staatsanleihen weiter senken.
Die Regierung in Madrid zögert allerdings, weil mit dem Gang unter den Euro-Rettungsschirm harte Sparauflagen verbunden sind.

















