27.10.12

Rüstungskonzern

Rheinmetall will Waffen nach Russland liefern

Der Kalte Krieg ist lange her, nun drängt der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall ("Leopard-Panzer") nach Russland. Dabei hatte es zuletzt viel Kritik an den Geschäften des Konzerns gegeben.

Foto: picture alliance/ dpa

Russische Soldaten in Georgien im Jahr 2008: Rheinmetall will helfen, die russische Armee zu modernisieren
Russische Soldaten in Georgien im Jahr 2008: Rheinmetall will helfen, die russische Armee zu modernisieren

Der Rüstungskonzern Rheinmetall will Waffen nach Russland exportieren. "Ein Zukunftsmarkt neben dem Mittleren Osten ist Russland", sagte Rheinmetall-Chef Klaus Eberhardt der Zeitung "Rheinische Post" auf die Frage nach künftig wichtigen Märkten für Rüstungsexporte.

Derzeit baut der Düsseldorfer Konzern in der Wolga-Region ein Gefechtsübungszentrum auf. "Mit Zustimmung der Bundesregierung und auf Wunsch Russlands", betonte Eberhardt. Dort sollen in Zukunft bis zu 30.000 Soldaten jährlich ausgebildet werden können.

Rheinmetall war zuletzt wegen eines möglichen Panzerdeals mit Saudi-Arabien in die Kritik geraten. Dazu erklärte Eberhardt: "Ich bin häufig in Saudi-Arabien und von der Vertrauenswürdigkeit der Regierung überzeugt. Mehr möchte ich dazu nicht sagen, außer dass es sicherlich gute Gründe dafür gibt, warum die Bundesregierung mittlerweile Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien in Erwägung zieht."

Proteste gegen Rheinmetall

Am Freitag hatten Friedensaktivisten mit Lautsprechern, Transparenten und Flugblättern vor der Rheinmetall-Zentrale gegen deutsche Waffen-Exporte demonstriert. Zu der Aktion in Düsseldorf versammelten sich laut Polizei knapp 80 Menschen.

Rheinmetall sei an einer Panzer-Lieferung nach Saudi-Arabien beteiligt, erklärte das Netzwerk Friedenskooperative als Begründung.

Bereits im Juli 2011 hatte der "Spiegel" berichtet, der Bundessicherheitsrat habe eine Anfrage Saudi-Arabiens gebilligt. Das Königreich habe Interesse an bis zu 200 neuen Leopard-Kampfpanzern. Die Rüstungshersteller Rheinmetall und Krauss-Maffei Wegmann hofften auf ein Milliardengeschäft.

Die Bundesregierung hat sich zu dem angeblichen Panzer-Deal bisher nicht geäußert. Auch Rheinmetall teilte mit, es sei nie bestätigt worden, dass es einen solchen Auftrag gebe.

Quelle: dapd/dpa/lw
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