24.10.12

Gewinnwarnung

Daimler gibt Zahlen versehentlich zu früh raus

Eigentlich sollten die Zahlen erst am Donnerstag kommen – doch eine E-Mail-Panne brachte diesen Plan durcheinander. Daimlers Missgeschick erinnert an Google – in gleich zweifacher Weise.

Foto: dpa

Wartet mit schlechten Zahlen auf: Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender des Stuttgarter Automobilkonzerns Daimler
Wartet mit schlechten Zahlen auf: Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender des Stuttgarter Automobilkonzerns Daimler

Daimler hat nach einem Gewinnrückgang im dritten Quartal seine Ergebnisprognose für 2012 um eine Milliarden Euro reduziert. Für das Gesamtjahr stellte Konzernchef Dieter Zetsche einen Betriebsgewinn von rund acht Milliarden Euro in Aussicht, wie es in einer am Mittwochabend veröffentlichten Mitteilung des Stuttgarter Autobauers hieß.

"Wegen der konjunkturellen Herausforderungen wird Daimler im Gesamtjahr 2012 nicht das hohe Vorjahres-Ebit erreichen", räumte Zetsche ein. Bislang hatte der Autobauer einen Betriebsgewinn von neun Milliarden Euro anvisiert. Auch für das kommenden Jahr zeigte sich Zetsche vorsichtig: Die für 2013 gesetzten Renditeziele könnten erst später erreicht werden.

Kurz nach Veröffentlichung der Mitteilung teilte Daimler mit, diese sei versehentlich ausgesendet worden. Ursprünglich wollte der Autobauer seine Zahlen am Donnerstag präsentieren. Auslöser ist eine versehentlich zu früh abgeschickte E-Mail in den USA. Ähnliches war vor einigen Tagen bei Google passiert.

Alle Ausgaben sollen auf den Prüfstand

Der Nettogewinn sei im dritten Quartal auf 1,2 Milliarden Euro von 1,36 Milliarden im Vorjahreszeitraum gesunken, hieß es in der Mitteilung weiter. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) fiel auf 1,921 (Vorjahr: 1,968) Milliarden Euro. Der Umsatz kletterte hingegen trotz Absatzflaute in den von der Staatsschuldenkrise gebeutelten südeuropäischen Ländern um acht Prozent auf 28,6 Milliarden Euro.

Daimler übertraf damit die Schätzung der Analysten, die bei einem Ebit von 1,869 Milliarden Euro einen Überschuss von 1,16 Milliarden Euro prognostiziert hatten.

In der wichtigsten Konzernsparte Mercedes-Benz Pkw sank das Ebit auf 975 Millionen (1,108 Milliarden) Euro, die Umsatzrendite verringerte sich auf 6,4 von zuvor acht Prozent. Angesichts der erheblich erschwerten Marktbedingungen habe Daimler "gute Ergebnisse" im dritten Quartal erzielt, erklärte Zetsche.

Wegen der schwindenden Autonachfrage will die Führungsriege alle Ausgaben von Mercedes-Benz Pkw auf den Prüfstand stellen und die Kosten rigoros zusammenstreichen. Angesichts "schwächelnder" Märkte und zunehmenden Preisdrucks müsse die Pkw-Sparte die Finanzkraft behalten, die für die anstehenden Investitionen in neue Modelle nötig sei, schrieb der Mercedes-Vorstand in einem Reuters am Mittwoch vorliegenden Brief an die Mitarbeiter.

Quelle: beu
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