Logo der Berliner Morgenpost
http://www.morgenpost.de/wirtschaft/article1100370/Deutschland_ist_unsozialer_als_18_EU_Staaten.html
twitter Facebook StudiVZ/MeinVZ
Link in E-Mail oder Instant-Message einfügen close

Studie

Deutschland ist unsozialer als 18 EU-Staaten

In Deutschland geht es laut einer Studie sozial ungerechter zu als in 18 der anderen 26 EU-Staaten. Am besten schneiden in dem Ländervergleich skandinavische Länder und die Niederlande ab. Dort haben beispielsweise Zuwanderer und bildungsferne Schichten bessere Chancen als in Deutschland.

Deutschland läuft einer Studie zufolge seinen europäischen Nachbarn im Hinblick auf soziale Gerechtigkeit und Zukunftsfähigkeit hinterher. Dies geht aus einer in Berlin vorgestellten Untersuchung der Berliner Denkfabrik berlinpolis hervor. Danach konnte sich Deutschland zwar im Vergleich zur Vorgängerstudie 2006 um vier Plätze verbessern, landet jedoch mit Rang 19 von 27 noch immer noch im hinteren Feld.

Europäische Spitzenreiter sind wie schon in der Vorgängerstudie die skandinavischen Länder und die Niederlande.

Die Studie bewertet mit Hilfe von über 35 empirische Indikatoren insgesamt fünf Dimensionen: Einkommensverteilung und soziale Absicherung, Zugang zum Arbeitsmarkt, Bildungs- und Ausbildungschancen, Geschlechtergleichstellung sowie das Generationenverhältnis.

Die schlechteste Bewertung erfährt Deutschland hinsichtlich des Generationenverhältnisses. In keinem anderen Land lebten so wenig junge Menschen im Vergleich zu Rentnern. In den Bereichen Bildung und Ausbildung sowie Arbeitsmarktchancen landete Deutschland im unteren Mittelfeld, bei Einkommensverteilung und sozialer Absicherung etwas weiter vorn.

Vergleichsweise gut geht es den deutschen Frauen: Die beste Platzierung wurde in der Kategorie Geschlechtergleichstellung mit Rang neun erreicht, wo sich Deutschland knapp hinter der Spitzengruppe befindet.

Zu den wichtigsten Problemen in Deutschland zählen der Studie zufolge die Integration von „bildungsfernen Schichten“ sowie die nochmals verschlechterten Erwerbschancen von Zuwanderern. „Besonders Gewerkschaften, Kirchen und Sozialverbände müssen sich stärker ihrer Verantwortung stellen und Angebote machen“, sagte Daniel Dettling, Herausgeber der Studie und Vorsitzender von berlinpolis.

Gesamteuropäisch gesehen hat die Ungleichheit der Einkommensverteilung zugenommen, die Armutsgefährdung ist gestiegen. Jeder sechste Europäer lebt demnach in Armut.

Die Arbeitsmarktintegration von Migranten ist erneut gesunken. Dabei seien alle EU-Staaten auf Zuwanderer angewiesen, denn die demografische Zukunft des Kontinents ist höchst labil. So wird sich die Zahl von Senioren im Verhältnis zur arbeitsfähigen Bevölkerung bis 2050 verdoppeln.


Tabelle: Sozial-Ranking der EU-Staaten*
Rang Land
1 Schweden
2 Dänemark
3 Finnland
4 Niederlande
5 Slowenien
6 Großbritannien
7 Irland
8 Zypern
9 Luxemburg
10 Österreich
11 Frankreich
11 Litauen
11 Estland
14 Bulgarien
15 Lettland
16 Tschechische Republik
17 Belgien
18 Polen
19 Deutschland
20 Malta
21 Spanien
22 Slowakei
23 Italien
24 Ungarn
24 Portugal
26 Rumänien
27 Griechenland

*Quelle: berlinpolis ddp/oht



Erschienen am 26.05.2009

Anzeige
WKN, ISIN oder NAME
Kurs in % Zeit
NIKKEI 225 8947,1700 -0,61 07:00
EURO STOXX 50 2480,7600 -1,65 17:50
NASDAQ Comp. 2903,8800 -0,80 23:30
DOW Jones 12801,2300 -0,69 22:30
TecDAX 769,8900 -0,43 17:45
DAX 6692,9600 -1,41 17:45
Euro (in $) 1,3200 -0,65 22:59
BrentOil (in $) 117,6100 -0,91 23:48
Gold (in $) 1720,7000 -0,54 23:16
Anzeige
Anzeige
Jobs im Überblick
Die Zeitung
Premium Inhalte
Berliner Morgenpost Apps
Anzeige
Von unserem Partner gutefrage.net