August-Zahlen
Exporte steigen überraschend zweiten Monat in Folge
Die deutsche Wirtschaft trotzt der Schuldenkrise in Europa: Die Exporte sind im August erneut gestiegen – vor allem das Geschäft mit Ländern außerhalb der Euro-Zone hat sich als robust erwiesen.
Die deutschen Exporte sind im August überraschend den zweiten Monat in Folge gestiegen. Das zeigt, dass die größte Volkswirtschaft des Euro-Raums der Schuldenkrise in der Region weiterhin trotzen kann.
Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, erhöhten sich die Ausfuhren kalender- und saisonbereinigt um 2,4 Prozent gegenüber Juli. Ökonomen hatten dagegen mit einem Rückgang um 0,6 Prozent gerechnet. Im Juli waren die Exporte um 0,4 Prozent gestiegen.
"Die Widerstandsfähigkeit der deutschen Wirtschaft und Exporte im Angesicht der Krise ist überraschend", sagte Carsten Brzeski, Ökonom von ING Group in Brüssel. "Das Sicherheitsnetz wird dünner und der Ausblick ist ziemlich gedämpft, aber wir erwarten keine Rezession."
Die deutsche Wirtschaft büßt an Fahrt ein. Das Geschäftsklima war im September auf den tiefsten Stand seit zweieinhalb Jahren gefallen, und die Auftragseingänge gingen im August stärker als erwartet zurück. Die Regierungen und Konsumenten in Europa senken ihre Ausgaben, was die Nachfrage nach deutschen Produkten im Ausland verringert. Die Exporte in Länder außerhalb Europas kompensieren diese Schwäche jedoch.
Weniger Waren in die Euro-Zone
In die Länder der Euro-Zone wurden im August 3,1 Prozent weniger deutsche Waren versendet als vor einem Jahr, während in die EU-Länder außerhalb des Euro-Raums 6,8 Prozent mehr Waren ausgeführt wurden. Gegenüber Drittländern nahmen die deutschen Exporte im Jahresabstand sogar um 13 Prozent zu, wie aus den Daten des Statistikamts weiter hervorgeht.
Die Einfuhren erhöhten sich Destatis zufolge im August auf Monatssicht bereinigt um 0,3 Prozent, während Ökonomen einen Zuwachs um 0,2 Prozent prognostiziert hatten. Der Handelsbilanzüberschuss fiel damit auf 16,3 Mrd. Euro von 16,9 Mrd. Euro im Vormonat. Der Außenhandel ist eine wichtige Stütze des deutschen Wachstums.
Die Leistungsbilanz schloss nach vorläufigen Berechnungen der Deutschen Bundesbank im August mit einem Überschuss von 11,1 Mrd. Euro ab. Im Juli hatte sich ein Leistungsbilanzüberschuss von 11,7 Mrd. Euro ergeben.


















