08.10.12

Berliner Kaufhaus

Berggruen weist Spekulationen über KaDeWe zurück

Der Investor bekennt sich zur Warenhauskette Karstadt. Sie bekomme derzeit "die beste Pflege seit 20 Jahren", sagte er.

Foto: Getty Images

In den vergangenen Monaten wurde das Berliner KaDeWe großflächig umgestaltet
In den vergangenen Monaten wurde das Berliner KaDeWe großflächig umgestaltet

Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen denkt nicht an einen Verkauf der Warenhauskette. Spekulationen über solche Pläne für die Premiumhäuser in Berlin und München, KaDeWe und Oberpollinger, seien "völlig falsch", sagte Berggruen den Zeitungen der WAZ-Gruppe. Auch für die Sporthäuser gebe es keine Verkaufspläne.

Karstadt mache ihm "sehr große Freude". "Ich bin dafür bekannt, meine Beteiligungen sehr lange zu halten", sagte er. Karstadt werde bis 2015 eine Milliarde Euro in die Modernisierung investiert haben: "Glauben Sie mir, Karstadt wird auch in Zukunft über die Mittel verfügen, die das Management zur Umsetzung des Investitionsprogramms benötigt." Karstadt bekomme "derzeit die beste Pflege seit 20 Jahren".

Berggruen verteidigte in dem Interview auch den geplanten Abbau von 2000 Arbeitsstellen. Die Mitarbeiter stünden hinter dem "engagierten Kurs" von Karstadt-Chef Andrew Jennings, das Unternehmen "grundlegend zu sanieren". Spekulationen über eine Ablösung von Jennings nannte Berggruen "völlig falsch, ein bösartiges Gerücht". Er stehe "uneingeschränkt hinter ihm und seiner Strategie".

Interesse an Kaufhof

"Dass Karstadt dafür nun endlich, nach so vielen Jahren des Missmanagements, auch wettbewerbsfähige Strukturen braucht, kann, glaube ich, jeder nachvollziehen. Denn alle Mitarbeiter wissen eines noch ganz genau: 2010 war Karstadt mausetot."

Auf die Frage nach dem Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen sagte Berggruen: "Ich bin überzeugt, alle Beteiligten finden hier den besten, fairsten Weg." Über die Umsetzung der Maßnahmen werde Jennings zusammen mit dem Betriebsrat und den Mitarbeitern entscheiden. Berggruen hat nach wie vor ein Interesse an einer Übernahme von Kaufhof. "Das wäre eine Option, die sehr viel Sinn machen würde. Aber dazu gehören immer zwei, und derzeit gibt es leider keine Anhaltspunkte dafür, dass sich die aktuelle Situation ändern könnte."

Quelle: dapd/BMO
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