04.10.12

Luft- und Raumfahrt

EADS wirbt mit Jobgarantien für umstrittene Fusion

EADS treibt die mögliche Fusion mit BAE Systems voran: Um politische Bedenken auszuräumen, bietet EADS-Chef Enders Job- und Standortgarantien an. Die Verhandlungen stehen auf "Messers Schneide".

Foto: dapd

Tom Enders: Er bietet Jobgarantien für die Zustimmung zur Fusion
Tom Enders: Er bietet Jobgarantien für die Zustimmung zur Fusion

EADS-Chef Tom Enders wirbt mit Standortgarantien um die politische Zustimmung für die Pläne zur Fusion von EADS und BAE Systems. "Ich bin so überzeugt von unserem Projekt, dass ich bereit bin, über attraktive Arbeitsplatz- und Standortgarantien zu sprechen, die ich für die EADS so nicht in Betracht ziehen könnte", sagte Enders der "Bild"-Zeitung.

Durch die Fusion würde der weltgrößte Luft- und Raumfahrtkonzern mit mehr als 220.000 Mitarbeitern und über 70 Milliarden Euro Umsatz entstehen. In Deutschland beschäftigt EADS derzeit knapp 50.000 Menschen, vor allem an Standorten in Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Bayern.

Nach Medieninformationen finden am Donnerstag und Freitag Gespräche über die Fusion zwischen Deutschland, Frankreich und Großbritannien auf Arbeitsebene statt.

Enders sagte weiter, bei der angestrebten Verschmelzung der Konzerne gehe es darum, eine "wirklich internationale Plattform für Wachstum" zu schaffen. Der Zusammenschluss der beiden Unternehmen biete "mittel- und langfristig die besten Chancen – gerade auch für deutsche Standorte und deutsche Arbeitsplätze", betonte Enders.

Verhandlungen stehen auf der Kippe

In der Union sorgen die Verhandlungen für Unruhe. "Die Fusion von EADS und BAE steht auf Messers Schneide", sagte Verteidigungsexperte Florian Hahn (CSU) und fügte hinzu: "Von der Bundesregierung erwarte ich jetzt einen engagierten Beitrag vernünftiger Industriepolitik, die unsere Interessen sichert, aber auf nationales Kleinklein verzichtet."

Nach Einschätzung von Hahn führt vor allem die Anteilsdiskussion ins Leere. "Frankreich wird auf seine Anteile nicht verzichten, Großbritannien keinen Kauf von deutscher Seite tolerieren", sagte der Bundestagsabgeordnete.

Quelle: dapd/lw
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