27.09.12

NS-Expedition

Nazis fanden Statue aus Meteorit-Gestein in Tibet

Eine NS-Expedition brachte 1939 aus Tibet eine rätselhafte Statue nach Deutschland. Erst jetzt wurde ihre Beschaffenheit analysiert: Sie besteht aus Meteorit-Gestein und soll sehr wertvoll sein.

Foto: AFP/pa

Aus Meteorit-Gestein gefertigt: Die rund 1000 Jahre alte Statue (l.) trägt ein Hakenkreuz auf der Brust. Im Auftrag der Nazis fahndete im Jahr 1938 der Zoologe Ernst Schäfer (rechtes Bild, 2.v.l.) mit seinem Team nach Beweisen für abstruse Theorien, die im Dunstkreis Himmlers als "Wissenschaft" gehandelt wurden. Himmler glaubte an eine nordische Herrenrasse, die den Untergang des sagenhaften Atlantis überlebt habe. Einige Überlebende sollten sich angeblich nach Tibet gerettet haben. bei seiner Rückkehr nach Deutschland brachte Schäfer die Buddha-Statue mit dem Hakenkreuz auf der Brust mit
Aus Meteorit-Gestein gefertigt: Die rund 1000 Jahre alte Statue (l.) trägt ein Hakenkreuz auf der Brust. Im Auftrag der Nazis fahndete im Jahr 1938 der Zoologe Ernst Schäfer (rechtes Bild, 2.v.l.) mit seinem Team nach Beweisen für abstruse Theorien, die im Dunstkreis Himmlers als "Wissenschaft" gehandelt wurden. Himmler glaubte an eine nordische Herrenrasse, die den Untergang des sagenhaften Atlantis überlebt habe. Einige Überlebende sollten sich angeblich nach Tibet gerettet haben. bei seiner Rückkehr nach Deutschland brachte Schäfer die Buddha-Statue mit dem Hakenkreuz auf der Brust mit

Der deutsche Geologe Elmar Buchner von der Universität Stuttgart hat eine Buddha-Statue aus Meteorit-Gestein entdeckt, die möglicherweise von unschätzbarem Wert ist.

Das Fachmagazin "Meteoritics and Planetary Science" veröffentlichte Buchners Artikel über Nazis, Heiligtümer und Meteoriten, die Fans der Filmreihe "Indiana Jones" in helle Aufregung versetzen würde.

Am Ende der Geschichte steht die Entdeckung des ersten Abbilds eines Menschen, das aus Meteorit-Gestein geformt wurde. Demnach machte sich Ende 1930 eine Expedition aus Wissenschaftlern, die der SS angehörten, nach Tibet auf, um die Ursprünge der Arier zu erkunden.

Expedition unter der Schirmherrschaft Heinrich Himmlers

Die Nationalsozialisten gründeten ihren Rassenwahn auf die Idee, dass die Deutschen Nachfahren einer ihrer Ansicht nach überlegenen arischen Rasse seien. Der damalige Expeditionsleiter, der Zoologe und Ethnologe Ernst Schäfer, selbst SS-Mitglied, sollte bei der Unternehmung unter Schirmherrschaft von Heinrich Himmler Ursprünge "arischer" Kultur in Asien erforschen. Später gründete der Wissenschaftler in München das "Sven-Hedin-Reichsinstitut für Innerasien und Expeditionen".

Schäfer, brachte dann im Jahr 1939 die 24 Zentimeter hohe und über zehn Kilo schwere Buddha-Statue unbekannter Herkunft nach Deutschland. Mutmaßlich hatte die Swastika, ein Hakenkreuz auf der Brust der Statue, Schäfers Interesse geweckt. Die "Eisenmann" getaufte Statue verschwand in einer Privatsammlung in München und wurde erst für die Wissenschaftler zugänglich, als sie 2009 bei einer Auktion wieder auftauchte.

Meteorit, der vor 15.000 Jahren niederging

Buchner konnte das eisen- und nickelhaltige Gestein nun dem Meteoriten Chinga zuordnen, dessen Trümmer vor über 15.000 Jahren auf Sibirien und die Mongolei niedergingen. Chinga-Fragmente seien offiziell erstmals 1913 entdeckt worden, erklärte Buchner.

Doch der Buddha stamme aufgrund seines Stils vermutlich aus dem 11. Jahrhundert. Etwas Vergleichbares wurde noch nie gefunden. Buchner sagte zu der Entdeckung, der "Iron Man" sei die einzige bekannte Darstellung einer menschlichen Figur in Material von einem Meteoriten.

Allein den Wert des außerirdischen Eisens veranschlagte er laut "ScienceDaily" auf über 15.000 Euro. "Wenn unsere Altersschätzung korrekt ist und sie fast 1000 Jahre alt ist, könnte ihr Wert unschätzbar sein."

Quelle: AFP/KNA/oc
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