Internet-Konzern
Google feiert mit einem Doodle - und hat Ärger mit Justiz
Das Doodle zeigt ein Geburtstagstörtchen - zum 14-jährigen Bestehen des Konzerns. Zwei Urteile dürften die Feierlaune aber trüben.
Während der US-Internetkonzern Googleseinen 14. Geburtstag mit einem Doodle feiert - ein Geburtstagstörtchen oberhalb der Startseite seiner Suchmaschine -, hat das Unternehmen gleich an zwei Fronten mit der Justiz zu kämpfen:
Der brasilianische Google-Chef Fabio José Silva Coelho ist wegen eines umstrittenen Videos auf der Internet-Plattform YouTube festgenommen worden. Das teilte die Polizei in in São Paulo mit. Der Top-Manager werde wieder frei gelassen, nachdem er eine Verpflichtungserklärung zum Erscheinen vor den Justizbehören unterzeichnet hatte.
Google hatte sich trotz Gerichtsbeschlusses geweigert, ein zweifelhaftes Wahlvideo vom YouTube-Portal zu entfernen, in denen ein Lokalpolitiker heftig attackiert wird. Nach Ansicht eines Wahlgerichtes verletzt das Video die Persönlichkeitsrechte des Politikers Alcides Bernal, der bei der Kommunalwahl am 7. Oktober aussichtsreicher Kandidat für das Amt des Bürgermeisters von Campo Grande (Bundesstaat Mato Grosso do Sul) ist.
Google hatte argumentiert, das Unternehmen sei nicht für Inhalte verantwortlich, die auf YouTube eingestellt werden. In dem fraglichen Video wird dem Kandidaten in reißerischer Aufmachung unter anderem vorgeworfen, er habe 1996 eine Geliebte zur einer in Brasilien strafbaren Abtreibung drängen wollen. Zudem soll er im betrunkenen Zustand seinen minderjährigen Sohn geschlagen haben.
Erst vor zehn Tagen hatte ein Wahlgericht im nordöstlichen Bundesstaat Paraiba ein ähnliches Urteil gegen Google-Direktor Edmundo Balthazar gefällt, weil er sich weigerte, ein Video zu sperren, in dem ein Bürgermeister-Kandidat als "Esel" bezeichnet wurde. Google legte Berufung ein und erhielt Recht.
Türkisches Gericht mach Weg frei für Sperre von Mohammed-Film
Auch in der Türkei hat Google Ärger: Ein türkisches Gericht hat am Mittwoch den Weg für die Sperrung von Internetseiten mit dem umstrittenen anti-islamischen Mohammed-Film freigemacht. Eine Anordnung der Richter erlaube es den Behörden, alle Internetadressen, die zu dem Schmähvideo führten zu blockieren, sagte der Minister für Transport und Telekommunikation, Binali Yildrim, dem öffentlich-rechtlichen Fernsehsender TRT.
Der "verabscheuungswürdige" Film werde nicht mehr in der Türkei zu sehen sein, erklärte Yildrim. Am Dienstag hatte Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan die Behörden aufgefordert, Wege zu finden, um den Zugang zu dem Film zu verhindern.
Unterdessen verfügte auch ein Gericht in Brasilien am Mittwoch, dass die Videoplattform YouTube den Clip, der in der islamischen Welt zu tödlichen Protesten geführt hatte, von seinen brasilianischen Seiten nehme. Richter Gilson Delgado Miranda gab YouTubes Mutterkonzern Google zehn Tage Zeit dafür. Ab dann würden täglich Strafzahlungen von 5000 Dollar fällig, hieß es.


















