20.09.12

Konjunktur

Das Ende des deutschen Jobwunders kommt 2013

Die Arbeitslosenzahl in Deutschland wird in den nächsten Monaten wieder ansteigen. Im schlimmsten Fall könnte es 2013 sogar wieder mehr als drei Millionen Arbeitslose geben, sagen Experten voraus.

Foto: dpa

Nach Prognosen von Arbeitsmarktforscher müssen 2013 wieder mehr Menschen zum Jobcenter
Nach Prognosen von Arbeitsmarktforscher müssen 2013 wieder mehr Menschen zum Jobcenter

Das Jobwunder in Deutschland steht vor dem Ende. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) rechnet schon in den kommenden Monaten wieder mit einer steigenden Arbeitslosenzahl.

Im Jahresdurchschnitt 2013 werde die Zahl der Arbeitslosen mit 2,94 Millionen um 40.000 höher liegen als 2012, erklärt das Institut in seiner neuen Prognose. Bislang waren die meisten Experten von einer Seitwärtsbewegung oder Stagnation am Arbeitsmarkt ausgegangen.

"Die europäische Schuldenkrise überschattet die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland", begründet das Institut seine Erwartung. "Auch der Arbeitsmarkt bleibt nicht unbeeindruckt von der Krise", sagt Enzo Weber, Prognosechef des Instituts.

Verschärfte Euro-Krise würde 180.000 arbeitslos machen

"Wirtschaft und Arbeitsmarkt in Deutschland sind grundsätzlich gesund", betonte Weber. Es gehe zwar nicht mehr so bergauf wie in den letzten Jahren, aber man müsse im Moment keine Angst vor dem tiefen Fall haben.

Bei einer weiteren Verschärfung der Eurokrise müsste allerdings mit einer deutlichen Rezession und einen Anstieg der Arbeitslosenzahl um 180.000 gerechnet werden.

Dabei soll die Beschäftigung im nächsten Jahr durchaus noch wachsen. Das IAB rechnet nach einem Zuwachs von 480.000 Arbeitsplätzen in diesem Jahr für 2013 nur noch mit einem Plus von 200.000 auf dann 41,85 Millionen.

Dabei spiele aber auch eine Rolle, dass derzeit so viel Personen wie nie zuvor auf dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. "Starke Zuwanderung hebt das Erwerbspersonenpotenzial im Jahr 2012 auf einen neuen Höchstwert von 45,18 Millionen. Für 2012 und 2013 erwarten die Forscher eine Netto-Zuwanderung von 200.000 Menschen im Jahr.

Das Job-Wunder läuft aus

Die Zahl der Arbeitslosen ist in den letzten Jahren kontinuierlich zurückgegangenen. Auch die Wirtschaftskrise mit der starken Rezession 2009 konnte den Trend nicht umkehren.

Die Forscher sehen Arbeitsmarktreformen, Lohnzurückhaltung und den Strukturwandel als treibende Kräfte hinter dem Job-Wunder. Doch dieser Prozess komme "nunmehr mit einem Auslaufen der Reformeffekte, wieder stärker steigendenden Arbeitskosten und geringerem Wirtschaftswachstum zu einem Ende", wenn auch auf höherem Niveau.

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