19.09.12

Viniar tritt ab

Goldman Sachs bekommt neuen Finanzchef

David Viniar ist einer der wichtigsten Banker der Wall Street. Jetzt zieht sich der Finanzchef von Goldman Sachs nach 13 Jahren im Amt zurück. Sein Nachfolger wird Harvey Schwartz.

Foto: REUTERS
Protesters wearing prison costumes hold signs as David Viniar waits to testify on Capitol Hill in Washington
David Viniar zieht sich nach 13 Jahren an der Spitze von Goldman Sachs langsam zurück

Einer der berühmtesten Finanzchefs an der Wall Street hört auf: David Viniar wird seinen Posten bei Goldman Sachs im Januar kommenden Jahres räumen, wie die US-Investmentbank mitteilte.

Nachfolger wird aus dem eigenen Haus der Topmanager Harvey Schwartz. Viniar habe nach 32 Jahren im Unternehmen entschieden, aus dem Dienst auszuscheiden, erklärte Goldman Sachs. Seit Mai 1999 wacht Viniar über die Finanzen der Investmentbank, die lange als das profitabelste aller Wall-Street-Institute galt. Er ist in seiner Funktion auch für die internen Abläufe zuständig.

Viniar steuerte die Bank durch die Krise

Viniar sorgte mit dafür, dass Goldman Sachs die Finanzkrise 2008 und 2009 fast schadlos überstand und rasch wieder Milliarden verdiente. In letzter Zeit zehrten allerdings die europäische Schuldenkrise, allgemeine weltwirtschaftliche Unsicherheiten und verschärfte gesetzliche Vorgaben an den Gewinnen.

Neben Bankchef Lloyd Blankfein gehört David Viniar zu den bekanntesten Köpfen der Bank. Er amtiert, seit das Investmenthaus im Jahr 1999 an die Börse gegangen war. "David repräsentiert das Allerbeste an Goldman Sachs und unserer Kultur", lobte Blankfein seinen langjährigen Weggefährten.

"Ich hatte eine wunderbare Karriere bei Goldman Sachs", erklärte Viniar. Allerdings wird er sich nicht komplett aus der Bank zurückziehen: Er geht in den Verwaltungsrat, das Kontrollgremium bei US-Konzernen. In naher Zukunft wolle Goldman Sachs überdies mehrere unabhängige Mitglieder ernennen, ließ die Bank wissen.

Aus den Schlagzeilen verabschiedet

Die Bank stand lange im Zentrum der Kritik von US-Politikern, wenn es um Verfehlungen und Auswüchse an der Wall Street ging – auch, weil Goldman Sachs mit die höchsten Boni zahlte. Bei den Bankskandalen der vergangenen Monate tauchte der Name indes nicht mehr auf. Das US-Justizministerium und die Börsenaufsicht SEC stellten jüngst ihre Ermittlungen wegen vermeintlich krummer Hypotheken-Deals ein.

Vor zwei Jahren war Goldman Sachs in die Negativschlagzeilen geraten, als die SEC der Bank vorgeworfen hatte, Investoren beim Verkauf von Hypothekenpapieren über den Tisch gezogen zu haben. Goldman Sachs räumte ein, die Investoren unzureichend informiert zu haben und zahlte 550 Millionen Dollar.

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