17.09.12

Browser-Problem

Bundesamt rät von Internet Explorer ab

Microsofts Internet Explorer hat eine Schwachstelle. Zu dieser Einschätzung kommt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Microsoft bietet nun eine Zwischenlösung an.

Foto: picture-alliance / dpa

Sciherheitslücken: Microsofts Internet Explorer
Sciherheitslücken: Microsofts Internet Explorer

Im Internet-Browser Microsoft Internet Explorer ist nach Angaben des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) eine Schwachstelle entdeckt worden.

Betroffen seien IT-Systeme, die den Internet Explorer in den Versionen 7 oder 8 unter dem Betriebssystem Microsoft Windows XP sowie in den Versionen 8 und 9 unter Microsoft Windows 7 verwenden, teilte das BSI mit.

Microsoft hat Nutzer seines Web-Browsers Internet Explorer aufgefordert, umgehend eine Sicherheitssoftware für das Programm zu installieren.

Eine kürzlich entdeckte Schwachstelle in dem Programm ermöglicht es Angreifern nach Einschätzung von Experten, Computer unter ihre Kontrolle zu bringen. Mit der Installation der Sicherheitssoftware bietet Microsoft nach eigenen Angaben eine Übergangslösung an, um Zeit zu gewinnen bis zur Beseitigung des Problems beziehungsweise bis zur Einführung einer neuen Version des Internet Explorers.

Das Sicherheitsprogramm mit dem Namen Enhanced Mitigation Experience Toolkit, oder EMET, steht auf der Microsoft-Internetseite http://bit.ly/Kv497S zur Verfügung.

Gestiegene Internetkriminalität

Zudem sind die durch Internetkriminalität verursachten Schäden 2011 um 16 Prozent auf insgesamt 71,2 Millionen Euro gestiegen. Das zeigen das Lagebild "Cybercrime 2011" des Bundeskriminalamts (BKA) und aktuelle Umfragen des IT-Branchenverbands Bitkom, die am Montag in Berlin vorgestellt wurden. Im gleichen Zeitraum wurden 59.494 Fälle von Cybercrime erfasst, was in etwa dem Vorjahreswert von 59.839 Fällen entspricht.

Als Cybercrime zählen alle Straftaten, die unter Ausnutzung moderner Informations- und Kommunikationstechnik oder gegen diese begangen werden. Besonders der Diebstahl digitaler Identitäten, wie zum Beispiel durch das sogenannte "Phishing" im Zusammenhang mit Onlinebanking, nimmt zu. Er entwickle sich "zu einem Massenphänomen, das immer größere Schäden anrichtet", sagte Bitkom-Präsident Dieter Kempf.

Im Jahr 2011 wurden dem BKA 6.422 Fälle des Diebstahls digitaler Identitäten gemeldet. Das entspricht einem Anstieg von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die durchschnittliche Schadenssumme betrug rund 4.000 Euro pro Fall und insgesamt rund 25,7 Millionen Euro.

Smartphones sind zunehmend lukrative Ziele

Auch die Fälle der digitalen Erpressung haben zugenommen. Dabei fordern die Täter zum Beispiel "Lösegeld" für gestohlene Daten. BKA-Präsident Jörg Ziercke schätzt die Opferzahlen der digitalen Erpressung im sechsstelligen Bereich ein.

Die Dunkelziffer in diesem Bereich sei aber "gewaltig". Auch Smartphones und andere mobile Endgeräte seien zunehmend lukrative Ziele.

Im laufenden Jahr haben 52 Prozent der privaten Internetnutzer bereits persönliche Erfahrungen mit Internetkriminalität gemacht. Bei jedem Dritten (36 Prozent) gab es eine Infizierung des Computer mit Viren oder anderen Schadprogrammen.

Internetnutzer schränken Online-Aktivitäten ein

Die Angst vor Cybercrime hat Auswirkungen auf das Verhalten vieler Internetnutzer. Sieben von zehn schränken bewusst Kommunikation und Transaktionen im Internet ein. 42 Prozent versenden vertrauliche Informationen oder Dokumente nicht per E-Mail, jeder zehnte nimmt grundsätzlich keine Transaktionen im Internet vor.

Neben Privatanwendern sind auch Firmen von Cybercrime betroffen. 40 Prozent aller Unternehmen in Deutschland verzeichneten Angriffe auf ihre IT-Systeme, viele davon mehrmals. Ein Drittel hat bereits Erfahrungen mit dem Verlust von Daten gemacht.

Laut BKA ist das Anzeigenverhalten bei diesen Fällen gering, da die Unternehmen sich vor Rufschädigung fürchten oder der Kompetenz der Sicherheitsbehörden nicht vertrauen.

Quelle: dapd/Reuters/fp/woz
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