14.09.12

Deutsche Post

Post will das Briefporto auf 58 Cent erhöhen

Der gelbe Riese beantragt bei der Bundesnetzagentur die erste Preiserhöhung für den normalen Brief seit 15 Jahren. Auch der nationale Maxibrief soll teurer werden.

Foto: dpa

Die Postzustellerin spricht mit dem Hund "Liesbeth"
Die Postzustellerin spricht mit dem Hund "Liesbeth"

Die Deutsche Post will erstmals seit 15 Jahren das Porto erhöhen. Ab dem 1. Januar 2013 soll der Standardbrief bis 20 Gramm innerhalb Deutschlands 58 Cent statt 55 Cent kosten.

Einen entsprechenden Antrag habe man bei der Bundesnetzagentur gestellt, teilte das Unternehmen am Freitagabend mit. Mehr Geld müssten Kunden ab dem kommenden Jahr auch für den Maxibrief bis 1000 Gramm hinlegen. Hier soll das Porto von 2,20 Euro auf 2,40 Euro erhöht werden.

Der Preis für Postkarten bleibt dagegen unverändert, genauso wie der für Kompakt- und Großbriefe. Den Infobrief, mit dem Firmen gerne Werbung in die Haushalte der Verbraucher schicken, soll es dagegen künftig nicht mehr geben.

Umsatz im Briefverkehr schwindet

Die Post verzeichnet seit Jahren einen Rückgang im Briefverkehr. Immer mehr Verbraucher schreiben eine E-Mail oder eine SMS, immer weniger greifen zum Briefpapier oder zur Postkarte. Preiserhöhungen verhinderte regelmäßig der Regulierer, der auch nun wieder entscheiden muss, ob die Post tatsächlich an der Preisschraube drehen darf. 1997 wurden die Kunden zuletzt stärker zur Kasse gebeten.

"Wenn wir weiterhin eine so hervorragende Qualität für unsere Kunden und attraktive Arbeitsplätze für unserer Mitarbeiter sichern wollen, können wir auf eine moderate Preiserhöhung nicht verzichten", sagte der zuständige Post-Vorstand Jürgen Gerdes in einer schriftlichen Mitteilung.

Die Post habe in den vergangenen Jahren trotz sinkender Briefmengen bei steigenden Löhnen die Produktivität permanent verbessert. Die 130.000 Beschäftigten der Post erhalten seit April dieses Jahres vier Prozent mehr Lohn.

Preis liege europaweit im Mittelfeld

Für Privathaushalte falle die Erhöhung kaum ins Gewicht, versuchte das Dax-Unternehmen alle Verbraucher zu beruhigen. Die monatlichen Ausgaben für Briefporto würden seit Jahren sinken und hätten 2009 nur noch 3,32 Euro betragen. Deshalb würden die monatlichen Ausgaben für Briefe im Durchschnitt lediglich um neun Cent pro Haushalt steigen, heißt es von Seiten der Post. Zudem liege der Preis für einen Standardbrief in Deutschland auch nach der Erhöhung auf 58 Cent im europäischen Vergleich lediglich im Mittelfeld.

Der Aufschlag wird laut Post auch deshalb bereits Mitte September angekündigt, um allen Kunden ausreichend Zeit zu geben, sich darauf einzustellen. Wer dennoch auch am 1. Januar 2013 noch 55-Cent-Briefmarken vorrätig habe, könne diese weiter nutzen – ergänzt um Marken im Cent-Bereich, die es dann in den Filialen oder im Internet gebe.

Kunden, die Briefe bis 50 Gramm ins Ausland schicken wollen, müssten sich ebenfalls an einen neuen Preis gewöhnen. Der Kompaktbrief koste künftig 1,50 Euro statt 1,45 Euro. Der Preis für den Standardbrief über die Grenze soll dagegen stabil bleiben.

Insgesamt soll die Briefsparte der Post im laufenden Geschäftsjahr 1,1 Milliarden Euro zum Betriebsergebnis beitragen. Auch mittelfristig will man trotz der elektronischen Konkurrenz zumindest eine Milliarde Euro verdienen.

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