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Klamme Vermieter

Mietwagen im Urlaub werden knapp und teuer

Die Finanzkrise macht den Verleiher von Autos zu schaffen. Das könnte dafür sorgen, dass alleine in Spanien 40.000 Fahrzeuge weniger zur Verfügung stehen. Auf Mallorca drohen schon zu Pfingsten Engpässe. Selbst im Autofahrerland USA geht die Zahl der Mietwagen deutlich zurück.

Deutschland: Frankfurt - Flughafen
Foto: dpa

Mietwagen könnten in ganz Europa schon bald knapp und teuer werden. Das erwartet der Chef des Mietwagenbrokers Sunny Cars, Kai Sannwald: „Schon jetzt gibt es auf Mallorca, der Top-Mietwagen-Region schlechthin, zu Pfingsten Engpässe.“ Dies sei zu solch einem frühen Zeitpunkt einmalig, sagt Sannwald: „Die Preise sind in fast allen Mittelmeerländern in Spitzenzeiten um mehr als 30 Prozent nach oben gegangen.“ Sunny Cars vermittelt Mietwagen an mehr als 5000 Urlaubsorten in 90 Ländern und hat daher einen guten Überblick über den Markt.

Wegen der Finanzkrise können die Vermieter weniger Neuwagen kaufen. Allein in Spanien rechnet Sunny Cars in diesem Jahr damit, dass bis zu 40.000 Fahrzeuge weniger für die Vermietung zur Verfügung stehen. Die Zahl der offiziell neu zugelassenen Mallorca-Mietwagen ist 2009 um 80 Prozent gesunken. Selbst für die USA werden im Sommer wohl an die 20 Prozent weniger Mietautos verfügbar sein. Auch in vielen weiteren Urlaubsländern wird es eng. Gleichzeitig steigt das Durchschnittsalter der vermietbaren Fahrzeuge.

Neben der Abwrackprämie zwingt die Autovermieter vor allem die Finanzkrise zum Umlenken. Bei Kleinwagen geben die Hersteller wegen der hohen Nachfrage aufgrund des staatlichen Zuschusses derzeit weniger Rabatt und die Banken weniger Kredit. Das verteuert die Finanzierung, und das wird an die Kunden weitergeben. „Die Autos werden im Einkauf teurer, dann müssen auch die Mietpreise steigen“, sagt Roland Keppler, der neue Deutschlandchef von Europas Marktführer Europcar.

Bislang haben die Hersteller oder die Autohändler den Vermietern zudem garantiert, dass sie deren Autos nach ein paar Monaten Nutzung wieder zurücknehmen. Seit Monaten sinken allerdings die Gebrauchtwagenpreise, und die unter hohem wirtschaftlichem Druck leidenden Hersteller sind nicht mehr bereit, Abnahmegarantien im großen Stil zu geben.

Das hat die Banken alarmiert, die wegen der Finanzkrise sowieso sehr viel vorsichtiger geworden sind, sodass die Vermieter beim Neuwagenkauf sehr viel mehr eigenes Geld mitbringen müssen. Für die Banken war die Finanzierung auch von vielen Autos deshalb ein leichtes und risikoloses Geschäft. Denn die Neuwagen dienten als Sicherheit.

Europcar hat bereits im April angekündigt, dass rund ein Fünftel weniger neue Autos gekauft werden sollen und die Haltezeit von 7,5 auf acht Monate steigen soll. Auch bei Avis und Sixt sind die Flotten geschrumpft.

Besonders hart trifft die Finanzkrise die kleineren Anbieter. Ihre Eigenkapitalquote liegt vielfach nur zwischen fünf und zehn Prozent, weshalb die Banken bei der Finanzierung extrem vorsichtig sind. Gleichzeitig bricht den Kleinen vielfach die Nachfrage bei den Geschäftskunden weg.

Wegen der Umsatzrückgänge musste in der vergangenen Woche bereits die Budget-Autovermietung, der fünftgrößte deutsche Anbieter, Insolvenz anmelden. Zwar läuft das Geschäft weiter, und angeblich gibt es auch bereits Interessenten für den Anbieter mit seinen mehr als 5000 Autos. Aber auch in dieser Branche wird es für die kleinen Anbieter sehr viel schwieriger werden, die Krise zu überleben.



Erschienen am 10.05.2009

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