23.08.2012, 13:57

Arbeitsmarkt Fast eine Million Stellen bleiben unbesetzt

Foto: Volker Hartmann / dapd

Die Arbeitslosigkeit ist zwar zurückgegangen, dennoch überrascht diese Zahl: Knapp eine Million Stellen sind 2011 laut einer Studie offen geblieben. Es gab offenbar schlicht keine geeigneten Bewerber.

Bei 953.000 Stellen ist die Personalsuche im vergangenen Jahr abgebrochen worden – mangels geeigneter Bewerber. Das geht aus einer Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor.

Insgesamt wurden der Studie zufolge 2011 in Deutschland 5,4 Millionen Stellen erfolgreich besetzt. Die meisten Neueinstellungen kamen über persönliche Kontakte und Stellenanzeigen zustande. Soziale Netzwerke wie Facebook oder Xing spielten dagegen kaum eine Rolle.

Ostdeutsche Firmen greifen auf Arbeitslose zurück

Auf der Suche nach neuem Personal greifen ostdeutsche Firmen der Studie zufolge viel stärker auf Arbeitslose zurück als westdeutsche. 2011 sei in Ostdeutschland die Hälfte aller neu eingestellten Mitarbeiter vorher arbeitslos gewesen, in Westdeutschland indes nur 36 Prozent,

Gleichzeitig rekrutierten westdeutsche Betriebe neue Beschäftigte zu 45 Prozent aus dem Bestand an Personen, die vorher schon woanders beschäftigt waren, während diese Gruppe in Ostdeutschland lediglich etwas mehr als ein Drittel aller Neueinstellungen ausmache.

Großer Unterschied bei Arbeitslosenquote

Wie aus der IAB-Studie weiter hervorgeht, kommen auf eine sofort zu besetzende Stelle in den neuen Bundesländern mehr als doppelt so viele Arbeitslose wie in den alten Bundesländern: Im vierten Quartal 2011 gab es im Westen durchschnittlich rund drei Arbeitslose je sofort zu besetzender Stelle, im Osten gut acht.

Allerdings war die Arbeitslosenquote in Ostdeutschland 2011 mit 11,3 Prozent auch fast doppelt so hoch wie im Westen (6,0).

(dapd/lw)
Mi, 08.08.2012, 00.45 Uhr

Mit dem Studiogast Hilmar Schneider vom Institut zur Zukunft der Arbeit sprechen wir darüber, was das deutsche duale System ausmacht und welche Berufschancen der europäische Arbeitsmarkt bietet.

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