21.08.12

Sportartikelhersteller

Adidas sagt Marktführer Nike den Kampf an

Konzernchef Herbert Hainer will die Lücke zum Branchen-Primus verkleinern. Dabei setzt er vor allem auf den US-Markt – und offenbar auch auf die Entwicklung neuer, federleichter Schuhe.

Foto: dpa

Das Unternehmen soll wachsen, sagt Adidas-Chef Herbert Hainer – aber nicht um jeden Preis
Das Unternehmen soll wachsen, sagt Adidas-Chef Herbert Hainer – aber nicht um jeden Preis

Der Sportartikelhersteller Adidas bläst zur Aufholjagd auf Marktführer Nike und will die Lücke in den kommenden Jahren verkleinern. Ein Wachstum um jeden Preis soll es aber dennoch nicht geben, stellte Adidas-Chef Herbert Hainer klar.

"Es hilft ja nichts, wenn wir im Umsatz besser sind, aber darüber den Gewinn ruinieren." Oberstes Ziel sei es schon immer gewesen, profitabel zu wachsen.

2012 steuert der Konzern auf neue Rekorde bei Umsatz und Gewinn zu – trotz Euro-Schuldenkrise. Die Sportartikelindustrie sieht Hainer als weniger anfällig für Rezessionen an als andere Branchen. "Zum einen kann der Sport auch in schwierigen Zeiten unheimlich viele Emotionen wecken. Zum anderen wollen die Menschen fitter sein."

Reebok soll sich um Fitness kümmern

Von Sportereignissen wie Olympische Spiele oder Fußball-Europameisterschaften profitiert vor allem die Stammmarke Adidas. Die derzeit schwächelnde Tochter Reebok will Hainer künftig noch stärker auf das Thema Fitness einschwören. "Crossfit werden wir weltweit weiter ausbauen, außerdem beschäftigen wir uns auch mit allen anderen Arten von Fitness wie Aerobics, Dance, Yoga, Zumba oder Pilates."

Vor allem der US-Markt trennt Adidas von Nike. Hainer will die Amerikaner auf deren Heimatmarkt angreifen. "Wir wollen die Highschool-Kids zwischen 14 und 18 Jahren als Kernkonsumenten gewinnen, weil die unglaublich sportbegeistert sind", sagt er. "Und diese Strategie funktioniert auch sehr gut. 2012 wird das Jahr sein, in dem wir mit Adidas das dritte Mal in Folge zweistellig wachsen, und wir gewinnen auch Marktanteile hinzu."

Dennoch bleibt Hainer realistisch. "Die Lücke zu Nike werden wir nicht so schnell schließen", schränkt er ein. "Dafür müssten wir sehr viel Geld investieren und würden der Profitabilität schaden."

Schuhe, leichter als 100 Gramm

Bei seiner Aufholjagd setzt der Adidas-Chef auch auf neue Innovationen. Bereits jetzt gibt es Schuhe, die nur noch rund 100 Gramm wiegen – doch damit sei das Limit noch nicht erreicht: "Manchmal denke ich: Mensch, weiter kann es jetzt ja nicht mehr gehen. Aber es gibt immer neue Entwicklungen in der Materialkunde, in der Biomechanik."

Bahnbrechend neue Trends sieht Hainer hingegen nicht auf die Branche zukommen: "Wir sehen eher eine Verstärkung derjenigen Trends, die wir seit gewisser Zeit haben, dass zum Beispiel Fußball unheimlich populär ist oder sich der Lauftrend weiter verstärkt hat."

Quelle: dpa/beu
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