13.08.12

Banken

Julius Bär schnappt sich Bank-of-America-Sparte

Die Schweizer Privatbank zahlt bis zu 860 Millionen Franken für die Vermögenssparte der Bank of America. Nach zwei Jahren soll sich der Zukauf in den Vereinigten Staaten rechnen.

Foto: REUTERS

Julius-Bär-Chef Boris Collardi hat Grund zu lachen: Er hofft auf Gewinne durch den Zukauf einer Sparte der Bank of America
Julius-Bär-Chef Boris Collardi hat Grund zu lachen: Er hofft auf Gewinne durch den Zukauf einer Sparte der Bank of America

Die Privatbank Julius Bär übernimmt von der Bank of America deren Auslandsgeschäft in der Vermögensverwaltung. Mit dem Zukauf stärken die Schweizer ihr Geschäft in den Wachstumsmärkten Asiens. Es handelt sich um eine Sparte der Investmentbank Merrill Lynch, die im Zuge der Finanzkrise an die Bank of America ging.

Julius Bär werden durch die Transaktion binnen zwei Jahren bis zu 72 Milliarden Franken Kundengelder zufließen, womit die verwalteten Vermögen um rund 40 Prozent auf 251 Milliarden Franken klettern würden, teilte das Bankhaus am Montag mit. Vereinbart worden sei ein Kaufpreis von 1,2 Prozent der transferierten Vermögen, womit höchstens 860 Millionen Franken zu bezahlen wären.

Finanziert werden soll die Übernahme mit einer Kombination aus Barzahlung, Kapitalerhöhung und hybridem Kapital. Insgesamt will die Privatbank neue Aktien für fast eine Milliarde Franken ausgeben.

Weitere Zukäufe möglich

Die Bank of America soll Bär-Aktien im Wert von 240 Millionen Franken erhalten und für weitere 750 Millionen Franken sollen den Aktionären neue Titel angeboten werden. Die Bank will sich so nach den Worten von Finanzchef Dieter Enkelmann die Fähigkeit für weitere Zukäufe in den nächsten zwei bis drei Jahren bewahren.

Den Abschluss der Akquisition erwartet Julius Bär Ende 2012 oder Anfang 2013. Die Integration des zugekauften Geschäfts stellt Bär spätestens für das erste Quartal 2015 in Aussicht und ein Jahr danach soll es positiv zum Gewinn beitragen.

Im ersten vollen Jahr nach der Integration strebt die Privatbank einen Netto-Neugeldzufluss von vier bis sechs Prozent und damit gleich viel wie bisher an. Das Ziel für die Cost-Income-Ratio hingegen ist mit 65 bis 70 Prozent weniger ambitioniert als bisher.

Quelle: dpa/beu
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