07.08.2012, 10:20

Weniger Naturkatastrophen Münchener Rück überrascht mit Gewinnanstieg

Foto: Guido Krzikowski / Bloomberg

Höhere Einnahmen an den Börsen und weniger Naturkatastrophen bescheren dem größten deutschen Rückversicherer einen Gewinnanstieg. Dem Konzern macht jedoch das historisch niedrige Zinsniveau zu schaffen.

Die Münchener Rück hat als erster der großen Rückversicherer mit einem guten zweiten Quartal überrascht. Der Branchenprimus teilte mit, von April bis Juni 2012 unter dem Strich 808 Millionen Euro verdient zu haben, knapp zehn Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Die Münchener profitierten dabei von höheren Einnahmen an den Börsen und einer geringeren Belastung durch Naturkatastrophen. Analysten hatten im Schnitt mit einem Rückgang des Nettogewinns auf 696 Millionen Euro gerechnet. Die Rivalen Swiss Re und Hannover Rück werden ihre Zahlen ebenfalls diese Woche vorlegen.

"Im ersten Halbjahr haben wir mit einem Gewinn von 1,6 Milliarden Euro deutlich mehr als die Hälfte unserer Zielmarke von 2,5 Milliarden Euro erreicht. Damit sind wir auf gutem Kurs, den ursprünglich angestrebten Jahresgewinn leicht zu übertreffen", sagte Münchener-Rück-Chef Nikolaus von Bomhard. Er merkte jedoch an, dass dem Konzern das historisch niedrige Zinsniveau zu schaffen mache, viel mehr als die starken Schwankungen an den Kapitalmärkten oder der konjunkturelle Abschwung.

Bei den Bruttobeiträgen gibt sich von Bomhard ebenfalls etwas optimistischer. Er rechnet nun mit 50 bis 52 Milliarden Euro, nachdem er zuvor 49 bis 51 Milliarden in Aussicht gestellt hatte. Vor allen im Kerngeschäft Rückversicherung wird mit höheren Einnahmen kalkuliert.

Dürre in den USA sorgt für 160 Millionen Euro Belastung

Im zweiten Quartal summierten sich die Belastungen aus Großschäden auf 452 (Vorjahr 638) Millionen Euro. Die verheerende Dürre in den USA wirkt sich dabei mit 160 Millionen Euro am stärksten aus. Im hohen zweistelligen Millionen-Bereich liegen das Erdbeben in der norditalienischen Region Emilia-Romagna sowie ein Tornado in den USA.

Nach den immensen Lasten 2011 unter anderem durch die Erdbeben in Japan und Neuseeland kann die Münchener Rück weiter moderate Preiserhöhungen durchsetzen. Im Juli wurden Kundenverträge im Volumen von 1,9 Milliarden Euro in den USA, Australien und Lateinamerika neu verhandelt. Dabei hätten die Beitragseinnahmen um satte 18,5 Prozent zugelegt, die Preise um rund zwei Prozent.

1,8 Milliarden Euro mit Kapitalanlagen

Mit Kapitalanlagen verdiente die Münchener Rück im Frühjahr 1,8 Milliarden Euro, knapp ein Fünftel mehr. Im Vorjahr hatten Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen das Ergebnis stark belastet.

Jetzt gab es unter anderem positive Effekte durch Zinsderivate und Aktienverkäufe. Der Anleihe-Bestand in den schuldengeplagten Ländern Südeuropas wurde weiter reduziert. Portugal und Griechenland sind komplett abgebaut. Irland (1,0 Milliarden Euro), Spanien (1,2 Mrd) und Italien (2,4 Mrd) stehen noch mit höheren Marktwerten in den Büchern.

(Reuters/dma)
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