20.07.12

Auslaufende Garantie

EZB akzeptiert keine Athen-Anleihen als Sicherheit

Wegen einer Entscheidung der EZB hängt Griechenland bis auf weiteres am Tropf der eigenen Notenbank in Athen. Die EZB akzeptiert vorerst keine griechischen Staatsanleihen mehr als Sicherheit.

Foto: DPA
EZB-Zentrale
Die Europäische Zentralbank nimmt vorerst keine griechischen Staatsanleihen mehr als Sicherheit entgegen

Die Europäische Zentralbank erhöht den Druck auf Griechenland. Ab kommenden Mittwoch werde die EZB vorerst keine Staatsanleihen des Landes mehr als Sicherheiten bei ihren Refinanzierungsgeschäften akzeptieren, teilte die Notenbank am Freitag in Frankfurt mit.

Über die Wiederzulassung der Papiere werde erst nach dem nächsten Bericht der Troika über den Stand der Reformen in dem besonders gebeutelten Euro-Land entschieden. Bis dahin könne jedoch die griechische Notenbank den Refinanzierungsbedarf der Institute des Landes über die bestehende Notfallkreditlinie bestreiten, hieß es weiter.

Hintergrund der Entscheidung ist das Auslaufen einer Sonderregelung, die vor der griechischen Umschuldung getroffen wurde. Ende Februar hatten die Staats- und Regierungschefs der Euro-Länder damals vor dem unter der Beteiligung privater Investoren vollzogenen Schuldenschnitt in Griechenland eine Vereinbarung mit der EZB getroffen. Diese Garantie über 35 Milliarden Euro sollte die EZB vor Verlusten im Falle einer Staatspleite abschirmen.

Vollständig am Tropf der eigenen Notenbank

Mit dem Schritt der EZB hängen die griechischen Banken nun ab Mitte kommender Woche bis auf weiteres vollständig am Tropf ihrer eigenen Notenbank in Athen. Nach Daten des Eurosystems refinanzierten die Banken Griechenlands sich per Ende Juni in einem Umfang von 62 Milliarden Euro über Notkredite ihrer Zentralbank und im Volumen von 74 Milliarden Euro direkt bei der EZB.

Parallel zur Blockade der Anleihen ließ die EZB am Freitag zusätzliche Kreditforderungen griechischer Banken als Sicherheiten zu, ebenso erweiterte sie den entsprechenden Sicherheitenrahmen für Zypern, Portugal und Italien.

Quelle: Reuters/sara
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