19.07.12

Drogeriemarktkette

Schlecker-Gläubiger fordern eine Milliarde Euro

Die Summe der Forderungen, die Gläubiger an die insolvente Drogeriemarktkette Schlecker stellen, ist höher als gedacht. Rechnungen von rund einer Milliarde Euro sind noch offen, Tendenz steigend.

Foto: DAPD
Insolvenzverwalter
Insolvenzverwalter der Drogeriemarktkette Schlecker, Arndt Geiwitz, rechnet damit, dass die Summe, die die Gläubiger fordern, steigen wird

Die Gläubiger der insolventen Drogeriemarktkette Schlecker fordern mehr als eine Milliarde Euro. "Als größte Posten sind Verbindlichkeiten aus Warenlieferungen und dem Personalbereich aufgeführt", erklärte Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz nach einem Prüfungstermin für die angemeldeten Forderungen am Landgericht Ulm.

Er rechnet damit, dass die Summe weiter steigen wird. Die Hauptgläubiger sind der Kreditversicherer Euler Hermes, der Lieferant Markant, die Mitarbeiter sowie die Agentur für Arbeit, die Insolvenzgeld vorgestreckt hatte. Wie hoch die Insolvenzmasse ist, aus der die Forderungen bezahlt werden müssten, ist nicht bekannt. "Dazu machen wir keine Angaben", sagte ein Sprecher auf Anfrage.

Die genannten Zahlen zu den Verbindlichkeiten seien nur die bislang angemeldeten Forderungen, sagte Geiwitz. Er erwarte noch viele weitere Forderungen, die von Arbeitnehmern noch nachgereicht würden.

Große Hoffnung machte der Insolvenzverwalter den Gläubigern weiterhin nicht. "Die Beschäftigten dürfen sich keine allzu großen Hoffnungen machen. Ob ihre Forderungen jemals bedient werden, steht in den Sternen", warnte auch Verdi-Handelsexperte Bernhard Franke.

Bisher Forderungen in Höhe von 750 Mio. Euro

Bisher waren Forderungen in Höhe von 750 Millionen Euro bekanntgewesen. Nun meldeten die 22.738 Gläubiger exakt Forderungen über 1.074.791.544 Euro an. Die Prüfung der Forderungen soll in der kommenden Woche fortgesetzt werden.

Zugleich wurde bekannt, dass in den kommenden Tagen weitere Filialen der Schlecker-Tochter IhrPlatz verkauft werden: "Am Freitag ist die Unterzeichnung des Vertrages mit MTH Retail geplant", erklärte der Sprecher des Insolvenzverwalters.

Die österreichische Unternehmensgruppe wollte IhrPlatz ursprünglich komplett übernehmen und weiterführen. Branchenkreise rechnen darüber hinaus kurzfristig mit dem Abschluss weiterer Verträge. Erst am Vortag hatte Deutschlands zweitgrößte Drogeriemarktkette Rossmann angekündigt, 104 der insgesamt 490 Filialen übernehmen zu wollen. Insgesamt arbeiten bei IhrPlatz derzeit gut 4000 Menschen.

Quelle: dpa/sara
© Berliner Morgenpost 2013 - Alle Rechte vorbehalten
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Endspurt: Die Baukräne am Kapelle-Ufer drehen sich für das Bildungsministerium. Es soll 2014 fertig sein.
22.05.13Baustellen
Es geht voran - In Berlin werden doch Großprojekte fertig

Eines der größten Bauvorhaben des Bundes in Berlin geht in die Zielgerade. Für den Neubau des Innenministeriums wurde jetzt Richtfest gefeiert. Auch andere große Bauvorhaben in Mitte kommen gut voran. mehr...


Sängerin Beyoncé ist in der O2 World in Friedrichshain zu Gast
22.05.13Terminvorschau
Das bringt der Tag in Berlin am Donnerstag

Berlin hat jeden Tag Neues zu bieten. Politische Termine, Demonstrationen, Prozesse, Theater, Konzerte. Hier finden Sie eine Auswahl der Berliner Morgenpost für Donnerstag, den 23. Mai. mehr...


Spurensicherung im Londoner Stadtteil Woolwich. Hier wurde ein Mann mit einer Machete getötet
22.05.13Mit Machete ermordet
Tödlicher Anschlag in London war offenbar Terrorakt

In London ist ein Mann mit einer Machete getötet worden. Laut Premierminister Cameron gebe es "starke Anzeichen" für einen terroristischen Hintergrund. Videos zeigen Teile des Geschehens. mehr...


Der SPD-Landesvorsitzende Jan Stöß war von der großen Mehrheit für seinen Vorschlag selbst überrascht
22.05.13Landespolitik
Berliner SPD-Vorstand billigt Bundestagsliste von Jan Stöß

Erfolg für den SPD-Landesvorsitzenden Jan Stöß: Der Landesvorstand hat am Mittwochabend seinem Vorschlag für die Bundestagsliste mit großer Mehrheit zugestimmt. Spitzenkandidatin soll Eva Högl werden. mehr...

Leser-Kommentare Kommentare
Leserkommentare sind ausgeblendet.
Kommentare einblenden
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
 
Die Vorwürfe gegen Schlecker
  • Insolvenzverschleppung

    Dieser Straftatbestand (Paragraf 15a der Insolvenzordnung) besagt im Kern, dass im Falle einer Firmenpleite Geld- oder Freiheitsstrafen drohen, wenn die Insolvenz „nicht, nicht richtig oder nicht rechtzeitig“ bei Gericht angezeigt wird. Es gibt jedoch eine Einschränkung: Anders als etwa bei einer GmbH oder einer Aktiengesellschaft greift das Gesetz nicht für den eingetragenen Kaufmann (e.K.), weil der nämlich keine juristische Person ist. Beim Dachunternehmen Anton Schlecker e.K. ergibt sich somit keine Handhabe, sehr wohl aber bei den Tochterfirmen IhrPlatz und Schlecker XL, die als GmbH & Co. KG beziehungsweise GmbH firmierten.

  • Untreue

    Kann laut Paragraf 266 im Strafgesetzbuch vorliegen, wenn jemand die ihm anvertraute Macht missbraucht und die Pflicht zur Betreuung eines Vermögens verletzt. Bei dem Geschäftsführer einer Firma kann das zum Beispiel der Fall sein, wenn er Firmenvermögen unter Wert verkauft und so nicht den Gegenwert erzielt, wie es seine Pflicht gewesen wäre. Es drohen fünf Jahre Haft oder Geldstrafen.

  • Bankrott

    Dieser Straftatbestand (Paragraf 283 Strafgesetzbuch) hängt eng mit einer Insolvenz zusammen, denn „wer bei Überschuldung oder bei drohender oder eingetretener Zahlungsunfähigkeit“ beispielsweise Werte für die mögliche Insolvenzmasse zur Bedienung der Gläubiger verheimlicht oder verschwinden lässt, dem drohen bis zu fünf Jahre Haft oder Geldstrafe. Belangt werden kann auch jemand, der die Bücher einer Firma nicht oder nicht ausreichend führt oder aufbewahrt. dpa

Top-Thema
title
Start-ups in Berlin

Gründerzeit: Die Serie und das Blog der Berliner Morgenpost.

Video Nachrichten mehr
Oklahoma Wiedersehen nach dem schweren Tornado
Umzug Karneval der Kulturen 2013 - Berlin ist bunt
US-Kongress Apple verteidigt Steuersparmodell
Xbox One Microsoft stellt neue Spielkonsole vor
 
tb_airberlin.gif
airberlin - Destination…

airberlin baut die Verbindungen nach Polen aus. Erfahren…mehr

tb_Erste-Adressen.jpg
Berlins Erste Adressen

Eine Initiative der Berliner Kaufleute und der Berliner…mehr

Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

Bilder von oben

Das zerstörte Oklahoma City aus der Luft

 
In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote