11.07.2012, 08:17

Hausdurchsuchungen Steuerfahnder bei deutschen Kunden der Bank Credit Suisse

File photo of a logo is seen in front of a Credit Suisse building in Zurich

Foto: REUTERS

Tausende deutsche Kunden der Schweizer Großbank Credit Suisse sollen Besuch von der Steuerfahndung bekommen haben.

Steuerfahnder sollen bundesweit Häuser und Wohnungen deutscher Kunden der Schweizer Bank Credit Suisse durchsucht haben. Das Düsseldorfer "Handelsblatt" berichtete, Grund seien neue Erkenntnisse über Scheinversicherungen, mit denen mehrere Milliarden Euro am deutschen Fiskus vorbeigeschleust worden seien. Die Koordination der Ermittlungen laufe über die Steuerfahndung Wuppertal.

Credit Suisse-Sprecher Marc Dosch sagte der Zeitung: "Wir haben Kunden geraten, Steuerexperten beizuziehen, um Steuersituationen zu überprüfen und gegebenenfalls eine Selbstanzeige vorzunehmen." Zur Zahl der Kunden und der Höhe des betroffenen Anlagevolumens machte er laut "Handelsblatt" keine Angaben. Die Zeitung berichtete, betroffen seien rund 7000 Kunden, die meisten davon Deutsche. Die Höhe der unversteuerten Gelder schätzten Beteiligte auf mehrere Milliarden Euro. Im Schnitt gehe es um Anlagebeträge von 500.000 Euro, es gebe aber auch Einzelfälle von zwölf Millionen Euro und mehr.

Es heißt, bei den Scheinversicherungen handle es sich um Produkte der Credit Suisse Life mit Sitz auf Bermuda. Laut Insidern habe die Bank normale Konten als steuerfreie Versicherungen getarnt und so den Fiskus betrogen. Dosch hingegen bekräftigte: "Der Kunde hat unterschrieben, dass er die Steuersituation selber klären muss." Die entsprechenden Produkte würden deutschen Kunden nicht mehr angeboten.

(dapd/sei)
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